Bereits jeder 5. Landkreisbürger über 60 Jahre

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept des Landkreises vor Fertigstellung

Das Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises Pfaffenhofen a.d.Ilm ist auf der Zielgeraden. Der Sozialausschuss des Landkreises empfahl bei seiner letzten Sitzung dem Kreistag, das umfangreiche Konzept endgültig zu beschließen und die Umsetzung der Vorschläge in Angriff zu nehmen.

Die umfangreiche Untersuchung und Bedarfsplanung enthält u.a. eine Bestandsaufnahme, eine Prognose über die Bevölkerungsentwicklung und die Beschreibung der aktuellen und künftigen sog. „Soziodemographischen Struktur im Landkreis“. Als letzter Teil wurde noch die derzeitige Situation im Pflegebereich dargestellt und eine in die Zukunft gerichtete Pflegebedarfsplanung eingerichtet.

Im Rahmen von zahlreichen Sitzungen und Workshops, an denen u.a. Sozialexperten, Kommunalpolitiker und auch die Wohlfahrtsverbände teilgenommen haben, wurden 13 Handlungsfelder intensiv erörtert und beschrieben. Der Bericht enthält Aussagen und Empfehlungen, wie mit den Ergebnissen weiter umgegangen werden soll. Daraus resultieren Maßnahmen, die im Laufe der nächsten Jahre vom Landkreis, den Gemeinden, den Wohlfahrtsverbänden oder auch freien Trägern verwirklicht werden sollen.

Wie Dr. Dieter Jaufmann von der Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung in Bayern, die den Entwicklungsprozess der Expertise begleitet und den vorliegenden Bericht erstellt hat, betonte, wird bereits Anfang der 20er Jahre des 21. Jahrhunderts mehr als jeder vierte Einwohner im Landkreis der Altersgruppe von 60 Jahren und älter angehören. Anfang der 30er Jahre wird es dann jeder dritte sein.

Zum Vergleich: Im Jahr 2011 war nur rund jeder 5. Einwohner über 60 Jahre.

Wir werden uns den gesellschaftlichen Veränderungen aufgrund der demographischen Entwicklung stellen“, so Landrat Martin Wolf. Das Seniorenpolitische Gesamtkonzept beschreibt was ist, was fehlt und was künftig gebraucht wird.

Zu den Wünschen aus der Bevölkerung, die sich aus einer Befragung quer durch die Gemeinden ergeben haben, sind z.B. zu nennen:

  • mehr öffentliche Toiletten,
  • Ruhemöglichkeiten in öffentlichen Grünanlagen und
  • eine barrierefreie Gestaltung des Straßenraumes.

Wichtig ist den Senioren ferner eine wohnortnahe Einkaufsmöglichkeit im ländlichen Raum oder auch die Präsenz einer guten Versorgung mit Ärzten und Apotheken.

Ein interessantes Details aus der Umfrage:

Von 2.973 befragten Bürgerinnen und Bürgern mit 60 Jahren oder älter aus dem Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm machten 2.838 konkrete Angaben zum bürgerschaftlichen Engagement.

Rund 18 % dieser Befragten engagieren sich ehrenamtlich, ca. 82 % sind somit nicht ehrenamtlich tätig.

Rund 15 % gaben an, dass sie sich gerne engagieren würden, aber noch nicht das Passende gefunden haben.

Das Engagement umfasst schwerpunktmäßig:

  • religiöse Einrichtungen (37 %),
  • Sportvereine (23 %),
  • Seniorenarbeit (16 %).

Gewünscht wird eine stärkere Vermittlung, Unterstützung und Vernetzung von im Ehrenamt tätigen Senioren im gesamten Landkreis.

Weitere Bereiche des seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes befassen sich mit der Kurzzeitpflege, der Tagespflege und Senioreneinrichtungen. In diesem Bereich geht man davon aus, dass der Landkreis den Grundsatz „ambulant vor stationär“ verfolgt und somit der Anteil der zuhause gepflegten und betreuten Personen erhöht wird, was einen Ausbau der Infrastruktur bei der ambulanten Pflege bedeutet. „Hier werden wir genau untersuchen, welche strukturellen Veränderungen in den nächsten Jahren notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen“, so Landrat Martin Wolf.

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