Das Rätsel von La Tène ausgestellt in Manching

Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wer waren unsere Vorfahren? Wie hat man vor über 2000 Jahren gelebt? Gab es damals grausame Menschenopfer? Was glauben wir heute darüber zu wissen? Was hat man vor 100 Jahren zu wissen geglaubt?

All diesen und vielen weiteren faszinierenden Fragen geht eine neue Sondersausstellung im Kelten- und Römermuseum in Manching nach.

Pfahlbaufieber in der Schweiz und der Beginn der Keltenarchäologie

Vor über 150 Jahren fand man in der Schweiz erste prähistorische Pfahlbauten. Damals lösten die Funde ein wahres Pfahlbaufieber aus. Man suchte die Seeufer ab. 1857 wurden dann in der Westschweiz bei dem Ort La Tène Metallgegenstände in großer Zahl aus dem Wasser gefischt: hauptsächlich eiserne Schwerter und Lanzenspitzen, aber auch hölzerne Gegenstände, Brückenteile und mysteriöse Skelette. (La-Tène-Zeit in wikipedia)

Geheimnisvolle Barbaren oder ganz normale Menschen?

Seitdem haben Generationen von Wissenschaftlern mit immer raffinierteren Methoden versucht, das Rätsel zu lösen. Wurden damals auf der Brücke von La Tène Menschen geopfert? Wurden Kriegsgefangene getötet? Wurden Verbrecher hingerichtet? Gab es eine Schlacht? Gab es ein Unglück? Ist die Brücke eingestürzt und hat die Menschen unter sich begraben? Oder handelte es sich um eine besonders ehrenvolle Art der Bestattung hochrangiger Personen? Warum haben die Römer von Menschenopfern gesprochen, wenn die Kelten ihre Verbrecher hingerichtet haben? Wie hat man im 19. Jahrhundert die Funde gedeutet? Was sagen die Interpretationen des 19. Jahrhunderts über die damalige Gesellschaft aus?

Weitere Infos und Bilder vom Swiss National Museums

Auszug Lexikon:Jüngere Eisenzeit – Latènezeit: 450 bis 15 v. Chr.

Inzwischen sind die Kriminologen an der Sache dran. Eines Tages wird das Rätsel vielleicht gelöst. Aber kann es nicht sein, dass die Lösung sich ändert, je nachdem mit welchem Bewusstsein man das Rätsel betrachtet? Was sagen unsere Erkenntnisse über uns selbst aus?

In Manching kann sich jeder Besucher bis zum 7. November 2010 seine eigenen Gedanken machen, und damit vielleicht zur Auflösung eines der großen archäologischen Rätsel beitragen.

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