„Deutscher Kaiser bestürzt über Attentat in Sarajevo“

Erster Weltkrieg – Taggenaue Original Meldungen aus der Zeit vor hundert Jahren

In mehreren österreichischen Städten haben nach bekannt werden des Attentats vom 28. Juni 1914 serbenfeindliche Demonstrationen stattgefunden. Sollte die Regierung sich davon beeindrucken lassen, könnte sich die Krise verschärfen.

Das ist der Beginn eines Artikels, wie er am 30. Juni 2014 von „aera online“ veröffentlicht und auf den Tag genau vor hundert Jahren von den Menschen in Deutschland in ihren Zeitungen gelesen wurde.

Viele Nachrichten aus 1914 kommen einem überraschend aktuell vor: Die Familie Wagner liegt im Streit, die Gesellschaft hadert mit dem Widerspruch zwischen der Freiheit des Individuums und dem Sicherheitsbedürfnis der Gemeinschaft. Im Balkan brodelt wie immer irgendein Konflikt. Man macht sich Sorgen um die Erziehung der Kinder, Frauen bekommen weniger Lohn für die gleiche Arbeit. Die Wissenschaft macht bahnbrechende Entdeckungen und wirft damit umgehend neue Fragen auf.

Beim Lesen der Artikel fällt auf, dass sich das Denken damals weit weniger von unserem unterschied, als gemeinhin angenommen. Deshalb konzentriert sich die Auswahl nicht nur auf bevorstehenden Ersten Weltkrieg, sondern bestückt gleichberechtigt neben der Politik die Ressorts Kultur und Gesellschaft, Technik und Wissenschaft, Wirtschaft und Sport.

Die Texte sind im Wortlaut erhalten, Überschriften und Kurz-Zusammenfassungen wurden teilweise modernen Leser-Erwartungen angepasst.
Auf „aera online“ lernt man eine Generation kennen, die voller Elan und mit fantastisch modernen Ideen in ein neues Jahrhundert aufgebrochen ist – bevor alle in den Krieg zogen.

Anmerkung: Folgende Zeitungen dienten als Quelle für die Artikel: das Berliner Tageblatt (Morgen- und Abendausgabe) die kaisertreue Kreuzzeitung und das SPD Organ Der Vorwärts

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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