Geisenfelds Bürgermeister- Ein Brücken schmückender Blumenfreund

So kamen 24 Blumenkästen plötzlich auf die „Bürgermeister-Max-Steinberger-Brücke

Ja is den scho wieder unsa Dorf soi schena wern“ fragte sich ein Besucher, als er auf dem Weg zum Bürgerfest an den 10 Blumenkästen auf der Bgm.-Max-Steinberger-Brücke vorbeiging. Hingen doch plötzlich auf der Brücke stadteinwärts 10, und stadtauswärts 14 Blumenkästen an den Brückengeländern.

Damit die in der Ilm schwimmenden Fische wohl auch etwas davon haben, und die sehr, sehr spärlich über die Brücke flanierenden Bürger nicht behindert werden, hängte man die Blumenkästen auf die straßenabgewandte Seite.
Man hat den Eindruck, manche Leute verwechseln öffentliche Bereiche mit ihrem privaten Hausvorgarten“ verdeutlicht Stadtrat Hans Schranner auf Bürgersichtanfrage sein Unverständnis.

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Mit „manche Leute“ dürfte Bürgermeister Staudter gemeint sein, denn nach Bürgersichtinformationen ist er allein für diese „Brückenverschönerung“ verantwortlich.

Die Idee dazu kam ihm bei einem kürzlich absolvierten Besuch in Karlsruhe.(Zur Geburtstagsfeier für seine Frau) Da hatte er an einer Brücke so etwas gesehen. (Habe seiner Frau gegenüber aber keinerlei Begeisterung darüber gezeigt)
Zurück in Geisenfeld, prüfte er seinen frei verfügbaren „finanziellen Verfügungsrahmen für den Bürgermeister“, bestellte die Blumenkästen samt Inhalt und ließ sie -ohne weitere Absprachen – an der Brücke anbringen.
Wie er gegenüber Besuchern am Bürgerfest einräumte, werde man ihn wohl ” im Rathaus dafür schimpfen“.

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Wie recht er doch hat!

Fragen sich doch mittlerweile einige Stadträte, ob der Bürgermeister mit dieser Eigenwilligkeit seinen Verfügungsrahmen überzogen habe (der kleine Verfügungsrahmen beträgt 1000,- Euro, bei einem weiteren über 10.000 Euro sind die erlaubten Einsatzmöglichkeiten in der Öffentlichkeit nicht bekannt) und die Stadträte -ob in einem Ausschuss oder im Stadtrat- finanziell nachbessern müssen.

Nur warum sollten sie das tun? Mit der Anschaffung der Blumenkästen und den Blumen ist es ja nicht getan. Wie sieht es mit den Kosten für die Pflege, Erneuerung und Reparatur aus. Was geschieht bei Diebstahl? Wie viel Bauhofstunden wurden und müssen noch für die Verschönerungsaktion aufgewendet werden.

Wurden die Folgekosten überhaupt bedacht“, gibt der Fraktionssprecher der Freien Wähler (FW) im Stadtrat, Erich Erl, gegenüber Bürgersicht zu bedenken.

Doch viel schwerer wiegt der Eindruck bei den Bürgern. „Für einen Stadtrat wird es doch immer schwerer freiwillige Leistungen abzulehnen, wenn man bei derartigen Verschönerungsaktionen Tausende von Euros ausgibt“, so Erl. „Wie soll ich einem Bürger klar machen“, präzisiert der FW- Stadtrat seine Bedenken, „dass wir in Geisenfeld für grenzwertige Blumenaktion Geld haben, der Bürger aber eine defekte Kanalpumpe selber zahlen muss“.

Auf der nächsten Stadtratssitzung -ein Termin dafür wurde vom Rathaus noch nicht bestätigt- könnte man bereits darüber reden. Sofern die „Verschönerungsaktion“ auf die Tagesordnung käme, oder ein Antrag auf Aufklärung von einer der Fraktionen gestellt würde.

Eines sollten die Stadträte dabei aber nicht akzeptieren:

Derartige Eigenmächtigkeiten des Bürgermeisters von einem Ausschuss klammheimlich finanziell begradigen, sprich bezahlen zu lassen!

Kleine Zusatz-Recherche:

Bild aus dem Karlsruher Stadtpark (Vergleichbares gibt es noch im Zoologischen Garten in Karlsruhe)

Im_Stadtpark_Karlsruhe
Ein Klick auf´s Bild führt zum Original

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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