Naturschutz im Landkreis – Allergieauslöser, Biber und Verträge im Blick

Der Naturschutz hat im Landkreis Pfaffenhofen nach wie vor einen hohen Stellenwert.

Die Naturschützer des Landratsamts Pfaffenhofen hatten im vergangenen Jahr 749 Verträge (Vorjahr: 743) mit rund 1.025 ha (Vorjahr: 1.023 ha) zum Vertragsnaturschutzprogramm bzw. zum Erschwernisausgleich fachlich zu betreuen. Die Auszahlung der Entschädigungen an die Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigten erfolgte auch letztes Jahr wieder über das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Wie Anita Engelniederhammer, Naturschutzfachreferentin am Landratsamt Pfaffenhofen mitteilte, liefen im vergangenen Jahr 405 Verträge nach dem Vertragsnaturschutzprogramm aus, jedoch konnten diese Verträge nach dem neuen ELER-Programm (Bayerisches Vertragsnaturschutzprogramm) für die Förderperiode 2012 bis 31.12.2013 verlängert werden. Die Neuanträge umfassen eine Vertragsfläche von ca. 60 Hektar.

Bei den Programmen geht es darum, die ökologisch wertvollen Lebensräume für die heimischen Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Natur und Landschaft als Lebensgrundlage der Menschen zu sichern, zu entwickeln und zu verbessern“, so Anita Engelniederhammer. Durch die Verträge soll der arbeitswirtschaftliche Mehraufwand angemessen ausgeglichen werden, der dem Eigentümer oder Nutzungsberechtigten bei der naturschonenden land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Bewirtschaftung einer Feuchtfläche entsteht.

Im Rahmen ihrer Zuständigkeit hat sich die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Pfaffenhofen im letzten Jahr auch um die Biberproblematik im Landkreis gekümmert. Insgesamt mussten 73 „Biberfälle“ bearbeitet werden. Dabei handelt es sich u.a. um die fachliche Beratung von betroffenen Landwirten, Gemeinden, Wasserverbänden oder die Genehmigung von Dammentfernungen. Bei 15 Schadensfällen durch Biber in Land-, Forst- und Teichwirtschaft leistete der Freistaat Bayern staatliche Ausgleichszahlungen in Höhe von rund 18.000 Euro. 26 Biber wurden mit Fallen gefangen, ein Biber wurde durch Abschuss getötet, 18 tote Biber wurden im Landkreis aufgefunden.
Auch die gefährliche und gesundheitsgefährdende Pflanze Ambrosia war im letzten Jahr wieder ein Thema. Landkreisweit wurden 45 Ambrosia-Verdachtsfälle gemeldet. Davon waren acht Standorte positiv.

Die winzigen Pollen der Ambrosia artemisiifolia (Beifußblättrige Traubenkraut) gelten unter Allergologen als besonders aggressiv und können neben starken Allergien sogar Asthma auslösen.

Die stark Allergie auslösenden Pflanzen wurden dabei unter Beachtung der Vorsorgemaßnahmen fachgerecht mechanisch entsorgt. Zum Teil wurde an Wegbanketten Ambrosia-Befall festgestellt“, so die Naturschutzreferentin. Dies sei besonders problematisch, da eine Pflanze bis zu 60.000 Samen produzieren kann, der im Boden einige Jahrzehnte keimfähig bleibt. Eine besondere Sorgfaltspflicht der Gemeinden bei der Fräsarbeiten der Wegbankette sei daher erforderlich.

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