Schaffen es auch Gemeinwohl-Legastheniker in den Stadtrat?

Diese Fässer dürften nötig sein, um eine ziemlich flaue, dafür umso marktschreierische Amtszeit vernebeln zu können. Außer aus der ihn tragenden Wählergemeinschaft gibt es nicht wenige Stadträte, die sich nicht über die dauerberieselnden “Show-Staudters” mokieren.

Hier im Schatten einer Dieter Bolen-Fernseh-Freakshow surfen, dort im Windschatten eines amerikanischen Brauseherstellers den unsportlichen Verlierer in einer olympischen Mission geben.

Im Rathaus im Verbund mit seiner kulturverantwortlichen Stadtrats-Ehefrau den Förderer hausfrauentauglicher Kunst und auf allen massentauglichen Geisenfelder Bühnen zusätzlich den Frohsinns Stifter geben.

Seht her, wir beide sind es, die euch (auf eure Kosten) wiederwahltaugliche Unterhaltung, Kunst und Klamauk bringen.

Selbst die infantilste “Circenses” ist geeignet, zum Beispiel Transparenzdefizite bei Verwaltungs- und Ratsentscheidungen zu vernebeln. Oder Verwaltungsfehler, widersprüchliche Argumentation oder Geringschätzung des Prinzips der Öffentlichkeit bei Stadtratssitzungen aus der öffentlichen Wahrnehmung halbwegs zu verdrängen. Bei Lichte betrachtet eigentlich zu viele Defizite um sie als Bürger übersehen zu dürfen.

Wer nun bei der Kommunalwahl in Geisenfeld endgültig antritt, als Bürgermeister-, Stadt- oder Kreisrats-Kandidat:

Subjektiv falsch empfundene Gestalten werden ausreichend darunter sein! Eine einigermaßen objektive Betrachtung ist in Ermangelung eines geeigneten Kriterienkatalogs ja nicht möglich.

Selbst eine „Live-Begutachtung“ des lebenden Objekts fällt meist aus. Die Bürger haben einfach kein Interesse Stadtratssitzungen zu besuchen! Das Desinteresse der Bürger ist die beste Garantie für die Wiederwahl auch der größten Schnarchnase.

Hin und wieder in der Zeitung stehen, vielleicht noch den richtigen Leuten ins Rektum kriechen und dazu im Verein den „Kümmerer“ geben. So müsste es mit der Wiederwahl erneut klappen.

Stadtrat oder Bürgermeister zu werden schafft man immer noch leichter als sich ein Sportabzeichen anstecken zu dürfen. Sollte der Wähler zukünftig nicht besser auf diese Leistungsunterschiede achten?

Zugegeben, man wird in Kommunalen Selbstverwaltungen selten auf die dafür besten Köpfe der Gemeinde stoßen. Für die unspektakulären, im allgemeinen Tagesgeschäft einer 08/15 Gemeinde anfallenden Entscheidungen reicht ein in Summe mittelmäßiger, aber zumindest aufrichtig engagierter Querschnitt aus Gemeindebürgern. (Richtig, eine Firma würde mit dem hier skizzierten Personal den ersten Tag nicht überleben)

Geht es jedoch um weitreichenderes, können charakterliche oder fachliche Defizite einzelner zur Belastung für alle Bürger werden.

Dann verrennt man sich zum Beispiel in Ausbauvariante B, obwohl Fakten und zukünftige Nutzungsminderung die Variante A nahelegen?

Dann fordert man öffentlich -höchst undemokratisch- einen Kollegen zum Rücktritt auf, nur weil er eine gegenüber der Mehrheitsmeinung abweichende Meinung zu einer Umgehungsstraße vertritt. (Die ganze Dummheit der Forderung erschließt sich, weil man wissen konnte, dass Statträte nicht so einfach Zurücktreten dürfen. Das wird sich erst ab der Kommunalwahl 2014 ändern. Dann dürfen Räte auch “ohne wichtigen Grund” ihr Ehrenamt aufgeben.)

Dann werden bereits Bauten beschlossen, deren endgültige Größe weder feststehen noch die Kosten dafür auch nur ansatzweise kalkuliert sind.

Irrationale Entscheidungen erwartet der Bürger von durchgeknallten Despoten. Nicht aber von ihre Interessen vertretenden Mitgliedern ihres Stadtrats.
Doch solange dem Bürger “sein” Gemeinde- oder Stadtrat, Bürgermeister oder Landrat am A…. vorbeigeht, solange braucht er sich nicht zu wundern -wenn er dann doch mal eine Stadtratssitzung besuchen sollte- “wer da jetzt alles im Stadtrat sitzt”.

Zum Schluss soll hier aus einem früheren Bürgersicht-Artikel zitiert werden. (Jan.2011)

Entpuppt sich die Amtsführung eines Bürgermeisters oder die Tätigkeit eines Stadtrats im Laufe einer Legislaturperiode als außerordentliche Belastung für die Bürger, kann man diese Personen weder steuermindernd noch anderweitig absetzen. Bei Kommunalwahlen gelten gänzlich andere Regeln als von der Telekommunikation gewohnt. Verwählt ist langfristig verwählt. Eine sofortige Neuwahl ist ausgeschlossen doch die spätere Wiederwahl der zur Belastung gewordenen Person sollte man tunlichst vermeiden.

 

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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