Seniorenpolitisches Gesamtkonzept im Landkreis

Die Ergebnisse des zweiten Workshops zur Erstellung eines Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes im Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm diskutierte Landrat Martin Wolf kürzlich mit den Mitgliedern des Sozialausschusses. Im Vorfeld stellten Dipl. Psychogerontologin Sabine Wenng und Dipl. Soziologe Dr. Dieter Jaufmann für zwölf Handlungsfelder rund 70 Maßnahmen vor, die kurz-, mittel- und langfristig verwirklicht werden sollen.

Nach der repräsentativen Befragung der Seniorinnen und Senioren im Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm sowie von Vertretern der Gemeinden und Pflegeeinrichtungen waren die Teilnehmer des Workshops bei der Erarbeitung von Vorschlägen besonders kreativ. Die beiden Körbe „Was fehlt?“ und „Was haben wir schon?“ würden sich in etwa die Waage halten.

Wir haben jetzt eine umfangreiche Sammlung von Vorschlägen als Basis für die Zukunftsplanung im Seniorenbereich“, fasste Landrat Martin Wolf zusammen. Nach dem Sozialausschuss sollen die Vorschläge auch bei der nächsten Sitzung des Kreisausschusses und des Kreistages vorgestellt und diskutiert werden.
Neben der Versorgung der betreuungsbedürftigen Personen in Pflegeeinrichtungen sieht das Konzept vor allem die dezentralen Betreuungs- und Versorgungsstrukturen für die älteren Mitbürger vor. Dabei geht es auch um die Mobilität dieses Personenkreises durch neue Verkehrskonzepte und um Kontaktmöglichkeiten in Mehrgenerationenhäusern. Eine besondere Herausforderung ist die dezentrale Versorgung von ausgewählten Zielgruppen, wie die an Demenz erkrankten Menschen.

Wichtig ist uns auch, die ärztliche Versorgung im ländlichen Bereich sicherzustellen“, so der Landrat. Hier sei der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm zwar derzeit noch gut versorgt, für die Zukunft müsse man jedoch Vorsorge treffen. Ein sehr gutes Beispiel für eine alternative Organisation der Ärzteversorgung sei ein medizinisches Versorgungszentrum, „wie es kürzlich in Reichertshausen errichtet wurde“, so der Landkreischef. Dies könne durchaus Modellcharakter haben.
Weitere Hinweise finden sich in dem Konzept auf die Bereitstellung von speziellen Freizeitangeboten für Senioren, z.B. im sportlichen oder auch kulturellen Bereich. Die Gemeinden werden ferner gebeten, „flächendeckend“ Seniorenbeauftragte zu bestellen. Bisher wurden in zehn von 19 Landkreisgemeinden entsprechende Personen bestellt. Die sollen eine Aufgabenbeschreibung erhalten. Es wird vorgeschlagen, sie zu schulen und für einen Erfahrungsaustausch zu sorgen.

Dazu wurde angeregt, im Landratsamt eine Koordinierungsstelle für zielgerichtete Seniorenarbeit einzurichten und vor allem die bisherigen Aktivitäten noch besser zu vernetzen.
Landrat Martin Wolf fasste zusammen: „Wir fangen nicht von vorne an, es gibt im Landkreis bereits herausragende Betreuungsinitiativen für die älteren Menschen, die sowohl von ehrenamtlichen Helfern, als auch von freien Trägern organisiert werden“. Wichtig sei es, bei allen Maßnahmen vorab zu klären, ob es Fördergelder vom Freistaat Bayern oder vom Bund gebe.
Der Landrat: „Die bestehenden Aktivitäten der Akteure sollen zusammengeführt und vernetzt werden. Lücken im Netz sollen geschlossen werden, dann gibt es für alle einen deutlichen Mehrwert.“

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