Stadtrat Schranner:”Nötting zahlt die Zeche”

Nach der Stadtratssitzung vom Donnerstag, und vor der letzten Bürgerversammlung am kommenden Montag, rechnet Geisenfelds Stadtrat Schranner den “Milliarden Euro Zuschuss Traum” der bürgermeisterlichen “Umgehungsstraßen-Rechnung” nach. In einem offenen Brief sieht Umgehungsstraßengegner Schranner nur  “bürgermeisterliches Getue” wo realistische Zahlen stehen sollten. Nordumfahrung ohne Südumfahrung verstärke sogar die Probleme Geisenfelds.

Offener Brief von Stadtrat Schranner, Geisenfeld

Der größte Irrtum überhaupt liegt in der gebetsmühlenhaft wiederholten Aussage des BGM:

“Nichtstun wäre der Tod der Umfahrung”

Der Gegenbeweis ist die höhere Einstufung der Ortsumfahrungen Brunn oder Königsfeld: da gehts ganz ohne jegliches bürgermeisterliches Getue besser voran, und vor allem ganz ohne Vorleistungen in Millionenhöhe !!!

Doch selbst weitere Millionen-Ausgaben für Nord bringen die Stadt nicht voran auf dem Weg zu einer Verkehrsentlastung ! Die Erfahrungen der letzten Wochen – über Nacht war SÜD auf Prio 2 – sollten uns eine Lehre sein – wir haben auf nichts eine Garantie!!!

Da hilft auch der bürgermeisterliche Milliardentraum nichts !

(Anmerkung der Redaktion: Auf der Stadtratssitzung vom 17. März –und auf bisher allen zurückliegenden Bürgerversammlungen fabulierte Bürgermeister Staudter von einem mit jährlich 100 Millionen gefüllten Zuschusstopf, aus dem bayerische Gemeinden für ihre zu errichtenden Straßen bedient werden können. Rechnung: 10 Jahre a. 100 Millionen = 1 Milliarde Euro. Diese Rechnung sei aber “unrichtig”, bemerkte Stadtrat Rockermeier auf der selben Stadtratssitzung und zitierte aus dem “Entwurf des Haushaltsplans” der Bayerischen Staatsregierung. Dort sind bisher jährlich nur 17.9 Millionen eingestellt. Nachzulesen hier im Artikel Umgehungsstraße- Der Staat bin ich“, Seite 7)

Wie unrealistisch diese Summe ist, zeigt der einfache Vergleich:

alle Prio 1-Maßnahmen, also für die nächsten 10 Jahre vorgesehen, liegen bei ca. 220 Mio €, davon 94 Mio € allein für 5 Großprojekte, bleiben 116 Mio € für 41 gewöhnliche Maßnahmen in ganz Bayern für die nächsten 10 Jahre. Da ist keine Milliarde !!!

Eines steht für viele Betroffene bereits fest: Die Nordspange allein ist erst einmal eine Verschlechterung !

Es wird riskiert, dass wir ein Vielfaches an zusätzlichem Schwerlast-, Gefahrgut- und Mautschinder- Verkehr dadurch erst richtig anziehen! Von der B300 von Augsburg, von der A 9 von München her zur B 16 Richtung Regensburg, also auch zu den Raffinerien, und wieder zurück. Das ganze auf einer Neubau-Schnellstrecke mit höherem Kurvenradius = gestrecktere Fahrbahn = höhere Geschwindigkeit = höherer Lärmpegel von der Westseite her, bei Tag & Nacht !!

Das trifft vor allem Nötting, noch dazu aber ohne dass dort auf der bisherigen Ortsdurchfahrt eine nennenswerte Entlastung stattfindet. Dafür dürfen die Nöttinger zukünftig für größere Baumaßnahmen an der bisherigen Ortsdurchfahrt mitbezahlen, weil diese ja, wie die Nöttinger Straße in Geisenfeld auch, in gemeindliche Baulast übergeht und damit in Zukunft von Anliegern mitzufinanzieren ist.

Nötting zahlt die Zeche !!

Und: Es besteht die Gefahr des Dauerzustands: NORD ohne SÜD !

Vielleicht ist in 10 Jahren zwar wieder mehr Geld in den staatlichen Kassen, aber eine neue Staatsregierung ist der Meinung: Es gibt grundsätzlich keine weiteren Straßen-Neubaumaßnahmen mehr! Baden-Württemberg und Stuttgart_21 lassen grüßen !!!

Fazit:

bis zu einer Gesamt- Lösung durch den Staat: KEINE Ausgaben mehr für eine Planung, die bis Baubeginn überholt ist.Keine sinnlosen Grundstückskäufe mehr ! Ich halte es sowieso nicht für die Aufgabe einer Kleinstadt, Staats- oder Bundesstraßen zu bauen.

Ein finanziell unkalkulierbares Risiko verbirgt sich in der Sonderbaulast: Es können plötzlich mehrere Gemeinden in den 17,9 Mio € Topf greifen, damit verteilt sich diese Summe und es verringert sich der relative Fördersatz schlagartig.

Ausserdem nutzen Einzelmaßnahmen nichts: Umfahrung Brunn ja – Rottenegg nein, NORD in Sonderbaulast, SÜD Jahrzehnte später bzw. gar nicht, Königsfeld vielleicht, dazu noch eine A9-Ausfahrt bei Bruckbach …

Was passiert dann beispielsweise in Nötting: Verkehrsbelastung weiterhin mitten durch UND zusätzlich im Westen ? Oder in der Regensburger Straße, Richtung Aiglsbach zur A93 ?

Daher muss es Aufgabe höherer Ebenen sein, ein Entlastungs-Konzept für den gesamten mittleren und nördl. LKR PAF zu erstellen: für das Gebiet von Bruckbach bis zur B16 und von der A9-Langenbruck zur A93-Aiglsbach.

Unüberlegte Teil-Maßnahmen verstärken nur die Probleme, weil sie zusätzlichen Verkehr in das Gebiet ziehen ( Erkenntnis B300 – Dürnbucher Forst) Deshalb, solange keine Gesamt-Lösung realisiert wird:

Verkehrsentlastung -sofort- durch Kanalisierung des Schwerlast-Durchgangsverkehrs auf die vorhandenen Fernstraßen!

Hans Schranner, Geisenfeld

(Anmerkung: Auf den Text und die farbliche Gestaltung hatte die Redaktion keinen Einfluss)

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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