Über falsche Ängste und wer uns wirklich etwas wegnimmt.

Text mit freundlicher Genehmigung von ©Wilfried Schmickler

Angeblich werden über 60 Prozent der Deutschen geplagt von Zukunftsängsten.

Angst wovor?

Was soll den in naher Zukunft so schreckliches passieren?

Hungersnöte, Seuchen, Flächenbombardierungen, Gewaltherrschaft, Massenvertreibungen, Obdachlosigkeit?
Wovor soll ich Angst haben?
Lebe ich in Aleppo, in Kabul, in Ramallah?

NEIN!

Ich lebe in Deutschland. Mein Leben ist versichert. Genau wie meine Gesundheit, mein Auto, mein gesamter Hausrat.
Und um zu verhungern, müsste ich schon in einen Hungerstreik treten.

Und die Gefahr von einem Selbstmordattentäter in den Tod gerissen zu werden ist auch relativ gering. Da krepier ich doch vorher in einer Blechbüchse auf der Überholspur der Autobahn.

Also, kein Grund für Angst. Nirgendwo!

Und jetzt kommen sie mir nicht mit den Flüchtlingen und den Fremden, die mir was wegnehmen könnten.

Wissen Sie wer mir was wegnimmt?

Das sind die Banken, die Kreditbetrüger, die Steuerhinterzieher.
Die internationalen Großkonzerne die in diesem Land blendende Geschäfte machen ohne auch nur einen Cent Steuern zu bezahlen.
Die Immobilienfonds, die den sozialen Wohnungsbau aufkaufen und in eine asoziale Mietwucherzone verwandeln.
Die Waffenhändler, die ihre Kriegswerkzeuge in die Krisengebiete verkaufen, und damit meinen ganz persönlichen Frieden und den meiner Nachbarn aufs Spiel setzen.

All dieser Schmarotzer und Wirtschaftsflüchtlinge, die nehmen mir was weg.

Und IHNEN übrigens auch!

Also bleiben sie mir weg mit den Flüchtlingen.
Selbst wenn es wirklich irgendwann zwei Millionen werden.
Na und?
Wenn 80 Gäste in einer Kneipe sind und zwei kommen dazu, da kann man doch nicht von Überfüllung sprechen.

Wie heißt es so fromm: Was du dem geringsten meiner Brüder und Schwestern getan hast, hast DU MIR getan.

Und was ich freiwillig weggebe, kann mir auch keiner nehmen!

Liebe(r) Leser(in), am Ende dieser Zeilen wünschen wir ihnen ein klein wenig besinnliche Zeit für einen klaren Blick auf die Realität. Schöne Feiertage.

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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