Vielfältige Aufgaben im Kreisjugendamt Pfaffenhofen

Das Kreisjugendamt Pfaffenhofen betreute im Jahr 2011 wieder zahlreiche Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Darüber hinaus wurden Mütter und Väter bei verschiedensten Themen und Problem beraten und unterstützt.

Die Gesamtausgaben der Jugendhilfe stiegen im Vergleich zum Jahr 2010 von 8,2 Mio. Euro auf 8,4 Mio. Euro an. Aus Landkreismitteln waren dafür knapp 6,4 Mio. Euro bereit zu stellen. Wie Landrat Martin Wolf in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses mitteilte, standen den Ausgaben im Jahr 2011 Einnahmen in Höhe von rund 2,1 Mio. Euro gegenüber (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro).

Die Nettobelastung für den Landkreis Pfaffenhofen hat sich damit gegenüber 2010 um rund 169.000 Euro erhöht.

Für das Jahr 2012 hat das Kreisjugendamt einen Nettoaufwand in Höhe von 6,8 Mio. Euro veranschlagt. Dies bedeutet gegenüber dem Ansatz für das Jahr 2011 (6,6 Mio. Euro) eine Steigerung um 200.000 Euro oder 3,0 %. Für Präventionsmaßnahmen und verschiedene Projekte sind im Ju-gendhilfehaushalt 2012 850.000,– Euro enthalten. Damit werden u.a. Jugendsozialarbeit an Schulen, Soziale Trainingskurse, Maßnahmen des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes, aber auch die Kosten der Erziehungsberatung finanziert.

Die Haushaltsansätze für das Jahr 2012 orientieren sich weitgehend am Ergebnis aus dem letzten Jahr. Es wurden nur die bisherigen Projekte zur Fortführung aufgenommen“, so Herbert Payer. Der solide aufgestellte Jugendhilfe-haushalt überzeugte die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses, die einstimmig grünes Licht für die weiteren Beratungen im Kreisausschuss und Kreistag gaben.

Für 813 Minderjährige übernahm das Kreisjugendamt im vergangenen Jahr die Amtspflegschaft oder Beistandschaft, für 27 Minderjährige die Amtsvormundschaft. Die Mitarbeiter des Jugendamts berieten und unterstützten weitere 550 allein erziehende Mütter und Väter bei der Ausübung der Personensorge und stellten 375 Beurkundungen (z.B. der Vaterschaft oder des Unterhalts) aus.

Das Jugendamt nahm 936.000 Euro an Unterhaltsgeld ein und leitete es an die Berechtigten weiter. Des Weiteren wirkten die Fachleute bei acht Adoptionen mit, sieben davon waren Stiefeltern- oder Verwandtenadoptionen. Auf der Warteliste standen 14 Adoptionsbewerber, ein Adoptions-bewerberseminare wurde durchgeführt.

In Vollzeitpflege betreute das Jugendamt insgesamt 73 Kinder und deren Pflegefamilien sowie die Herkunftsfamilien. 2011 vermittelten die Mitarbeiter des Jugendamts fünf Kinder in Pflegestellen.

Im Rahmen der sozialpädagogischen Familienhilfe wurden 54 Familien mit 112 Kindern betreut. Für 458 Kinder wurden im Laufe des Jahres Unterhaltsvorschussleistungen in Höhe von 540.000 Euro ausbezahlt. Im Regelfall wurden 133 Euro oder 180 Euro – je nach Alter des Kindes – geleistet. 19 Anträge mussten abgelehnt werden. Durch Rückforderungen von den Kindesvätern verbuchte das Jugendamt Einnahmen in Höhe von 132.000 Euro, also knapp 26 % der Gesamtausgaben.

Bei der Jugendgerichtshilfe gingen 976 Strafanzeigen ein. „Bei den Rechtsverstößen von Jugend-lichen ging es vor allem um Eigentums-, Verkehrs- und Gewaltdelikte“, erläuterte der Jugendamts-leiter. Insgesamt gab es 327 Verfahren und es wurden 6.637 Sozialstunden vermittelt.
Auch bei der Eingliederungshilfe von seelisch behinderten Kindern und Jugendlichen verzeichnete Herbert Payer weiterhin hohe Zahlen. Insgesamt 349 Kinder und Jugendliche erhielten 2011 diese Hilfe. Davon wurden 254 Fälle ambulant, 33 Fälle teilstationär und 62 Fälle stationär behandelt.

Außerdem hat das Jugendamt im vergangenen Jahr Fördergelder des Freistaats Bayern in Höhe von rund 7,3 Mio. Euro für die Träger der Kindertagesstätten im Landkreis Pfaffenhofen ausgezahlt. Im Landkreis gibt es derzeit 52 Kindergärten, drei Horte und 24 Krippen, in denen über 4.000 Kinder betreut werden.

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