Bild: Screenshots aus „Wochenblick“ und Haberls Video-Aufruf “bitte teilts des“

Aus dem Paralleluniversum einer unterkomplexen AfD-Schriftführerin aus Manching

Lesedauer 2 Minuten

Infektionsschutzgesetz bedeute: Kinder weg, Lebensmittel auf Zuteilung, Merkel-Herrschaft

Was in etwa so klingt, als spräche die Schriftführerin eines Kreisverbandes ein holpriges Exposé für ihren in Anlehnung an George Orwells „1984“ oder Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ geplanten dystopischen Erstlingsroman auf Band, ist nichts anderes als die Zuhörer „über a bisserl was auf[zu]klären“.

Macht euch das bitte mal vor Augen

Wir leben in einer Zeit in der Bereiche verschwimmen, allgemein zugängliche Infos sich den Weg durch ideologisch vereinfachende Sichtweisen zum unterkomplex arbeitenden Enddarm einer begrenzten Auffassungsgabe bahnen, um am Ende als gequirlte Scheiße im Internet zu landen.

 „Sie wird über uns beherrschen“ verkündet Andrea Haberl in einer Sprachnachricht und meint “die Merkel“. Haberl, Schriftführerin „in der Vorstandschaft Region Pfaffenhofen Freising“ der Partei AfD,  wisse das „haargenau“.

Warum? „Weil ich seit drei Jahren in der Politik bin“. Sie habe das, was sie da in ihrer 9 Minuten dauernden Sprachnachricht „erzähle, mit meinen eigenen Augen gesehen“. Wie das? „Weil ich eben in der Politik bin“.

Sie hat die Richter außer Kraft gesetzt“. Wer? „Die Merkel“. „Macht euch das bitte mal vor Augen“. Durch das jetzt zur Abstimmung anstehende Infektionsschutzgesetz hat sie die alleinige Macht und Herrschaft“.

Andrea Haberl, „erzählt“ im Internet das die Frau Merkel auch „die Länder außer Kraft setzt“. Und, das muss sie ganz klar und deutlich sagen“, (weil Haberl es „selber schwarz auf weiß gesehen“ habe) es gehe „der Merkel” darum, „die Weltbevölkerung zu minimieren und zu reduzieren“.

Es sollen Lebensmittel zugeteilt werden. Warum? Weil Lebensmittelgeschäfte jetzt schließen müssen. „Wir dürfen nur noch einmal pro Woche einkaufen“. Wer als Eltern da nicht mitspielt „dem werden die Kinder entzogen“.

Macht euch das bitte mal vor Augen“.

Das „einzigste was uns noch retten kann ist dieses System zu stürzen“. Das müsse sie „ganz klar sagen“. Auch wenn sie hier Dinge sage „wo mir mein Kragen kosten können in der Politik“. Das sei ihr „wurscht“.

Zwischenzeitlich legte Andrea Haberl auf „Telegram“ noch mal nach. Sie habe sich „jetzt mit Lebensmitteln eingedeckt“. Warum? Weil sie keinen Laden betrete „wo ich den Test abgeben muss“. Warum? „Es ist meine Gesundheit, mein Körper und ich lass mir mit Sicherheit nicht von der Regierung über meinen Körper bestimmen“.

Macht euch das bitte mal vor Augen“.

Sie sei mittlerweile auch „als Rednerin angefragt worden“. Und sie käme gerne. Das wird den Staatsschutz freuen. Meldungen zufolge prüft der Staatsschutz wegen ihrer „was uns noch retten kann ist dieses System zu stürzen“ Einlassung, ob er sie nicht bei sich reden lassen sollte.

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Über Bernd Schuhböck

Nicht nach heutigen, jedoch nach den Maßstäben der Ära Willy Brandt politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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