Dringend angeraten – PC-Leihgeräte für bedürftige Schüler an PAF-Schulen nun möglich.

Laut MdL Karl Straub (CSU) fließen an die Schulen im Landkreis dafür “mehr als eine halbe Million Euro“.

Corona hat uns gezeigt, dass sich die Bildungsungerechtigkeit zu verschärfen droht“, sagt Stefanie Hubig (SPD), amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK).

Einer schon bisher bekannten Misere, Stichwort „Schichtspezifische Bildungschancen“, wurde durch die Corona bedingten Schulschließungen und dem damit einhergehenden „Homeschooling“ eine weitere Schattenseite hinzugefügt.

Die Grundvoraussetzung für dieses Zuhause lernen wäre eine geeignete technische Infrastruktur im Elternhaus. Und die ist nicht immer im ausreichenden Maße gegeben.

Doch das soll sich jetzt ändern. „Schüler, die womöglich auch aus finanziellen Gründen sozusagen digital nicht so gut aufgestellt sind, dürfen keine Nachteile erleiden. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie“, erklärt MdL Karl Straub (CSU) in einer Pressemitteilung.

Zum Beispiel stehen den Schulen im Landkreis Pfaffenhofen aus dem „Sonderbudget Leihgeräte“ des Bay. Kultusministeriums jetzt “rund 516.000 Euro für Leihgeräte zur Verfügung”.

So werde etwa der Verleih von digitalen Endgeräten wie Laptops, Notebooks oder Tablets an Schüler “eine dringend notwendige Unterstützung bekommen“, verdeutlicht Straub.

Betrachtet man sich Erhebungen zum Ausstattungsgrad mit PC, Laptop oder Tablet in Haushalten mit Schülern. ist diese Unterstützung auch dringend geboten.


Bild: Institut der Deutschen Wirtschaft

Aus einer im Mai 2020 veröffentlichten Untersuchung des „Institut der Deutschen Wirtschaft geht hervor, das zwar rund neun Zehntel der Zwölf- und Vierzehnjährigen im Haushalt Zugang zu PC, Laptop oder Tablet hatten. Einen eigenen PC oder Laptop hatten jedoch, wie Abbildung 3-4 zeigt, im Jahr 2018 nur 27,8 Prozent der Zwölfjährigen und 41,7 Prozent der Vierzehnjährigen.

Mit der Ausgabe von Leihgeräten durch die Schulen des Landkreises –übrigens lt. Kultusminister Michael Piazolo ohne formelle Bedürftigkeitsprüfung für betroffene Familien und ohne die Erbringung zusätzlicher Eigenmittel durch die Schulaufwandsträger da vom Bay. Staat „Vollfinanziert“ – wäre zumindest die größte Hürde bei der Teilhabe für alle am Bildungsangebot genommen.

Es gilt jetzt, die Geräte bald und unbürokratisch an die bedürftigen Schüler auszuhändigen, die daheim kein geeignetes digitales Endgerät haben“, mahnt Straub die Kommunen im Landkreis, die Gelder im Kultusministerium jetzt zeitnah abzurufen.

Zumal alle Schulaufwandsträger im Landkreis über die Höhe der für ihre Schulen beim Kultusministerium abrufbaren Gelder zwischenzeitlich unterrichtet wurden.

Zumindest könnten nun zukünftig alle Schüler am digital basierten „Homeschooling“ teilnehmen. (Stichwort: Zweite Welle)

Jedoch nur, wenn am anderen Ende der Leitung eine andere Hürde ausgeräumt würde. Gaben doch annähernd 60% der Lehrer in einer Umfrage an, die Arbeit mit online-Angeboten für Schüler „ist für mich völlig neu“.

Ein Defizit, das sich wohl auch mit „Leih-Geräten“ nicht beheben ließe.

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Zur im Beitrag erwähnten „Vollfinanzierung“. Über die wird man sich besonders bei Schulbedarfsträgern wie z.B. der Kommune Geisenfeld freuen. Deren Stadtrat fasst Investitionen meist nur an, wenn sie „irgendwie“ vom Freistaat bezuschusst werden. Und Hallo: Bei dieser Sache werden die nötigen Geldmittel gleich in voller Höhe vom Freistaat bereitgestellt. Also hurtig. Man müsste sie jetzt nur noch beantragen.

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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