Ein „Fasch-O-Mat“ hilft Nazis zu erkennen.

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Rechts“! Eine Bezeichnung, die neuerdings vielfach als Synonym gegenüber Personen oder Gruppierungen Anwendung findet, denen man -ob faktenbasiert oder nicht- ultranationalistische, faschistische, neonazistische oder neofaschistische politische Ideologien und Aktivitäten unterstellt.

Wer sich zum Beispiel jetzt nicht auf einer der aktuell zahlreich stattfindenden Demos „gegen rechts“ engagiert, läuft Gefahr von geistig etwas tiefer fliegenden Zeitgenossen entweder als „Extremist“, „Demokratiefeind“ oder besonders beliebt, als „Nazi“ bezeichnet zu werden.

Da man auf Seiten der „gegen rechts“ Demonstranten jedoch in einer unübersichtlichen Masse an Teilnehmern nicht jeden Nachbarn, Arbeitskollegen oder Vereinskollegen identifizieren, und sie so zweifelsfrei als zu den Guten gehörig abhacken kann, muss es andere Wege zur Feststellung verfassungsfeindlicher Präferenzen geben. 

Dachte man sich wohl auch beim „Stern“, und veröffentlichte einen mit „Fasch-O-Mat“ überschriebenen Katalog mit 37 Aussagen, anhand derer man einen „Nazis“ erkennen könnte, wenn er drei davon als sinnvoll erachten würde.

Darin finden sich neben eindeutig faschistischen, übertrieben dämlichen wie „Lastenräder bedeuten den Untergang der Nation“ auch Aussagen, die, wie Elisa David im nachfolgend verlinkten Artikel bemerkt, „einfach nur dem grünen Parteiprogramm widersprechen“.

Sollte man zum Beispiel an ausschließlich zwei biologische Geschlechter glauben, wäre man bei Bejahung nachfolgender Feststellung dem Nazi sein ein Stück näher gerückt:

„Das Geschlecht eines Menschen ist naturgegeben und kann niemals das Ergebnis einer selbstbestimmten Wahl sein. Geschlechter wurden von Mutter Natur ….. eindeutig definiert“.

Um nun zu prüfen, ob man noch weitere Aussagen aus dem Katalog für sinnvoll erachten würde, und andere nun glauben könnten, so der „Stern“ in seiner Handreichung, das „man es wohl mit einem waschechten Faschisten zu tun“ hat, habe ich den bedauerlicherweise hinter einer Bezahlschranke liegenden Katalog des Fasch-O-Mat in einer uneingeschränkt lesbaren Fassung aus der „wayback maschine“ geholt und HIER verlinkt.

Über Bernd Schuhböck

Nicht nach heutigen, jedoch nach den Maßstäben der Ära Willy Brandt politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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