Erich Irlstorfer beim Pressegespräch in Au i.d.H.

MdB Erich Irlstorfer (CSU) im Interview: „Scheitern ist keine Option“

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Doch das „Schwafeln“, zum Beispiel über die 3. Säule bei der Rente, „muss aufhören“, so Irlstorfer.

Was man bis zum Wahlabend am 24. September von Politikern nur hinter vorgehaltener Hand hörte, 5 Tage danach spricht es der im Stimmkreis Freising, Pfaffenhofen und Teilen von Schrobenhausen wiedergewählte CSU Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer schonungslos an. Obendrein macht er den Bürgern das Angebot, ihm, aber auch der CSU, offen die Meinung zu sagen und die Ansprüche an ihn offen zu artikulieren.

Vor uns stehen stürmische Wochen und Monate“ umreißt Erich Irltorfer im Interview mit „Bürgersicht“ 5 Tage nach der Wahl die Situation. Es werden intensive Gespräche in Berlin, Bayern „aber auch bei mir im Wahlkreis geführt werden“.

 

Wenn man wie ich, trotz gestiegener Wahlbeteiligung 9000 Wählerstimmen verliert, dann sind das für mich Alarmsignale“ gibt Erich Irlstorfer (CSU) bei einem Pressegespräch am 29.September in Au zu bedenken.

Alarmsignale, dessen Ursachen er ab 10. Oktober bei 3 Bürgerveranstaltungen in den jeweiligen Landkreisen seines Wahlbezirkes –zum Beispiel am 10. 09. im Landkreis Pfaffenhofen in Hettenshausen- ergründen will.

Einladung zu den Bürgergesprächen. (Zum vergrößern bitte anklicken)

Kein Bürger soll aus diesen Veranstaltungen rausgehen, ohne mit mir gesprochen oder mir seine Meinung gesagt zu haben“, verspricht Irlstorfer wohlwissend, dass das „durchaus auch 5 Stunden dauern kann“.

Unabhängig davon werde er zum Beispiel beim Thema „Diesel“ „nicht einfach zuschauen, wie in meinem Wahlkreis, aber auch in den angrenzenden Regionen, zehntausende Arbeitsplätze bei Audi oder BMW wegen des Themas vor der Vernichtung stehen könnten“.

Auch beim Thema Asyl muss schonungslos angepackt werden. Er werde zum Beispiel „dagegen Sturm laufen“ das die Kosten dafür weiter „kommunalisiert“ werden, und sich verstärkt dafür einsetzen, dass endlich offen aufgezeigt werden muss, „dass Familiennachzug einfach nicht bewätigbar ist“ oder wir uns eine nur zaghafte Abschiebepraxis „einfach nicht leisten können“ so Irlstorfer.

Besonders ärgere ihn aber als ehemaligen Angestellten im öffentlichen Dienst „das Märchen von der dritten Säule in der Rentenvorsorge. Das geht doch an der Lebenswirklichkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vollkommen vorbei“.

Wer kann es denn „bei dem derzeitigen Gehaltgefüge stemmen, eine zusätzliche Absicherung zu bezahlen“, fragt Irlstorfer und verweist auf die Einkommenssituation größer Teile der Bevölkerung. Hier müsse sich die Einkommenssituation, auch in den Kranken-, Pflege- und Erziehungsbereichen nach oben hin ändern.

Wenn man so will, hat Irlstorfer für sich bereits Defizite, oder zumindest Kommunikationsprobleme bei der Vermittlung gegenüber seinen Wählern erkannt. Damit ist er wesentlich weiter als die große Politik in Berlin, die sich bis jetzt nur mit Personalfragen beschäftigt, jede Aufarbeitung von Versäumnissen in den letzten Jahren aber tunlichst vermeidet.

Wenn jetzt auch noch die Bürger ihre Sicht der Dinge, ihre Sorgen und Ängste in den von Irlstorfer angebotenen Bürgerversammlungen bei ihm persönlich abladen, dann passiert das zwar spät, aber für Irlstorfers „mit mir wird es ein weiter so nicht geben“ hoffentlich nicht zu spät.

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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