Ilmtalklinik – SPD fordert lückenlose Aufklärung und politische Konsequenzen.

Finanzielle, organisatorische und personelle Defizite machen “klare Perspektiven“ unmöglich. Landrat Wolf dürfte das erkannt haben.

Man kann fast den Eindruck gewinnen, alle glauben so weiter machen zu können!?“ zieht SPD-Kreisrat und Chef der Kreis-SPD sein Resümee zum nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Kreisausschuss (KA) vom Mittwoch dieser Woche. (KA = ein vorberatendes Gremium des Kreistages)

Damit genau das nicht passiert, also die von der Öffentlichkeit geforderten Antworten auf Fragen zu den bekannt gewordenen Verhältnissen in und um die Pfaffenhofener Ilmtalklinik auch erfolgen, verfasste Käser einen umfangreichen, allen Redaktionen im Landkreis vorliegenden Fragenkatalog, dessen Beantwortung er von Landrat Martin Wolf für den nichtöffentlichen Teil der Sondersitzung des Kreistages am Montag, 5. März einfordert.

Nach derzeit vorliegenden Informationen soll der öffentliche Teil dieser im Sparkassen Casino Pfaffenhofen stattfindenden Sitzung um 16:30 Uhr beginnen. Daran interessierte Bürger sollten zeitliche Verschiebungen nach hinten vorsorglich einplanen.

Im Fall der Ilmtalklinik gestaltet sich für Landrat Wolf die Sache besonders pikant, da er in seiner Funktion als Landrat nicht nur Chef der zuständigen Behörde, als Chef des Landkreises auch Vertreter des Anteilseigners, und als Chef des Ilmtalklinik Verwaltungsrates gleichzeitig als oberster Aufseher der dortigen Geschäftsführung fungiert.

Probleme? Wolfs Körpersprache bei der KA-Sitzung.

Nach einer langen Liste von Managementfehlern und politischen Unklarheiten können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“ stellt SPD-Kreischef Käser fest und forderte nach dem, von Teilnehmern als kontrovers beschriebenen „nichtöffentlichen“ Teil der KA-Sitzung zur Ilmtalklinik, sowohl in organisatorischer als auch politischer Hinsicht Konsequenzen von den Hauptverantwortlichen.

Ein in der KA-Sitzung vorgestelltes und heute in Auszügen bekannt gewordenes „Juristische Gutachten“ -erstellt im Auftrag der Ilmtalklinik (sic)- konnte wohl keine Pflichtverletzung des Aufsichtsrates der Ilmtalklinik erkennen, erfährt in der Bewertung seiner diesbezüglichen Feststellung aber die Abschwächung bei interessierten Beobachtern, wenn diese anführen, das hier die im Scheinwerfer stehenden Personen, durch die Einholung eines eigenen Gutachtens, die Größe des auf sie gerichteten Lichtkegels womöglich selbst wählen durften.

Zur Abrundung des Themenkomplexes hier noch der Artikel „Gutachten Ilmtalklinik – 28 Pillen für´s Überleben“ (mit Video der Pressekonferenz) anlässlich der Vorstellung eines von der Unternehmensberatung Ernst&Young vorgestellten Gutachtens zur Sanierung der Klinik. Ein Gutachten, das am Ende (Einschließlich der von Ernst&Young geleisteten Geschäftsführerstunden) mit insgesamt 600.000,- Euro entlohnt wurde. Dieser Betrag wurde am Mittwoch öffentlich, als ihn Stv. KA-Mitglied Albert Gürtner (FW) bei einer Wortmeldung -wohl aus Unachtsamkeit- im öffentlichen Teil der Sitzung anführte.

Die Sitzung des Kreistags am kommenden Montag wird wohl eine der denkwürdigsten seit Martin Wolfs Amtsantritt als Landrat werden. Nicht zuletzt deshalb, weil Käser ihn auch auffordert, zu „Privatisierungsüberlegungen konkret Stellung“ zu beziehen um damit für „Planungssicherheit von Angestellten und Bürgern durch ein klares Bekenntnis zur Klinik in Bürgerhand“ zu sorgen.

Lesen sie dazu auch “Ilmtalkliniken – Kommunales Überleben nur noch schwer möglich” und beachten sie die im Video gemachten Aussagen von Landrat Wolf und dem damaligen Geschäftsführer der Klinik Dr. Marcel Jon aus dem Jahr 2016 zur möglichen Privatisierung der Ilmtalklinik.

 

 

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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