„Russia Today“ (RT) und „Sputnik“ ausgebremst. Meinungsfreiheit ade?

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Spätestens jetzt sollten wir hellhörig werden. Denn: Das Netz ist größtenteils (nord)-amerikanisch

Meinungsfreiheit gilt im Westen immer nur dann, wenn man die richtige Meinung hat. Das konnte man zum Beispiel 1999 im Kosovokrieg beobachten, als die NATO zur Verhinderung unliebsamer Fernsehbilder des serbischen Fernsehens zuerst den größten Teil der Sendeanlagen in Schutt und Asche legte, und darauf die Abschaltung des TV-Satelliten EUTELSAT bewirkte, oder jetzt, wenn „Twitter“ unter Verweis auf die Luftblasenbehauptung „Einmischung in den US-Wahlkampf“ RT und Sputnik in den USA mit Repressalien überzieht.

Der Politikwissenschaftler und Publizist Ulrich Teusch (ich erinnere hier gerne an sein Buch „Lückenpresse- Das Ende des Journalismus, wie wir in kennen“) stellt in seinem Blog „augenaufunddurch“ unter der Überschrift „McCarthy lässt grüßen“ einige Fragen (und gibt auch Antworten) zum „Phänomen RT“ und kommt in Anbetracht der möglichen Verdrängung dieses Alternativportals zu dem Schluss, das „alle Alarmglocken schrillen“ müssten.

Dank eines immer noch relativ freien Internets und der in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten entstandenen alternativen Portale und Blogs, haben wir heute historisch einzigartige Möglichkeiten, uns kritisch-vergleichend zu informieren und ein halbwegs adäquates Bild zu verschaffen. Wir müssen jedem Versuch, diese Entwicklung zurückzudrehen oder sie im Interesse etablierter Mächte an die Kette zu legen, mit Vehemenz widerstehen. Informationsfreiheit ist die Bedingung der Möglichkeit von Demokratie. Und Demokratie ist die Bedingung der Möglichkeit positiver Veränderung“.

Bitte hier “McCarthy lässt grüßen” auf dem Blog von Ulrich Teusch weiterlesen.

Ach ja. Im Bundestagswahlkampf wurde das Thema “eigene europäische Internetplattformen” auch schon aufgegriffen. Zumindest in Pfaffenhofen. Vom dortigen FDP-Kreisvorsitzenden.

 

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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