Ungesunde Luft in Pfaffenhofen – Geisenfelder können Messung beim „DUH“ anfordern.

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Messergebnis aus dem Februar zeigt: Die Luft ist viel schlechter, als bisher angenommen!

In Geisenfeld aktuell bei einer Bürgerversammlung gefordert, in der Stadt Pfaffenhofen bereits mit beunruhigendem Ergebnis abgeschlossen: Messung von giftigem Stickstoffdioxid in unserer Atemluft.

Abseits der Großstädte erwartet man nicht nur schöne Landschaften sondern auch saubere Luft. Doch die Erwartungen decken sich nicht mit Messergebnissen. Auch wenn es zum Beispiel Geisenfelds Bürgermeister nicht wahrhaben möchte: Schlechte, krankmachende Luft ist nicht nur ein Großstadt-Problem!

In ganz Deutschland gibt es 11.052 Städte und Gemeinden, aber nur 247 verkehrsnahe Messstationen für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2).

Wo nicht gemessen wird, gilt die Luft für die Bundes- wie Landesregierung als „sauber“, schreibt die „Deutsche Umwelthilfe e.V.“ zu ihrer Aktion „Decke auf, wo Atmen krank macht“.

In einer ersten Welle hat man vom 1. Februar bis 1. März 2018 an 559 Messorten die Belastung der Atemluft mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) mithilfe von Passivsammlern gemessen. Das waren mehr als doppelt so viele verkehrsnahe neue Messorte, wie das behördliche Messnetz insgesamt aufweist.

Das Ergebnis: Eine erschreckend hohe NO2-Belastung der Atemluft. An 89 Prozent der Messorte wurden gesundheitlich bedenkliche NO2-Werte mit über 20 µg/m³ nachgewiesen.

Darunter auch am Messort Pfaffenhofen mit einem NO2-Wert von 27,4 µg/m³

Der EU-Grenzwert liege zwar bei 40 µg/m³, doch das Umweltbundesamt hat mit seiner am 8. März 2018 veröffentlichten Studie zu den Gesundheitsfolgen der NO2-Belastung unserer Atemluft davor gewarnt, dass schon bei Konzentrationen deutlich unterhalb des Grenzwertes jährlich über 800.000 Atemwegs-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes sowie 6.000 vorzeitige Todesfälle zu verzeichnen sind.

Das Umweltbundesamt (UBA) verweist dabei auch auf eine Aussage der Weltgesundheitsorganisation WHO. Dort kam man zu dem Schluss, „dass gesundheitsrelevante Wirkungen von NO2 ab einer langfristigen durchschnittlichen Exposition von 20 µg/m3 kalkuliert werden müssen“.

Kartenausschnitt DUH -zum Vergrößern anklicken.

Sieht man sich den im Außenbereich liegenden Messpunkt für Pfaffenhofen an, kann man erahnen, dass das dort gemessene Ergebnis nur der untere Wert bei weiteren Messungen im Stadtgebiet sein könnte.

Zumal die Messwerte wegen des starken Kälteeinbruchs während der Hälfte des Messzeitraums „ca. zehn Prozent unter dem tatsächlichen Wert“, also unter normalen Wetterbedingungen durchaus höher liegen werden, teilt der DUH dazu mit.

Liegt für Pfaffenhofen nun bereits ein Messwert vor, versuchen die Anwohner der viel befahrenen Augsburger Straße im Geisenfelder Stadtzentrum vom Bürgermeister Unterstützung für eine Feinstaubmessung zu bekommen.

Einem Zeitungsbericht zufolge gab der sich auf einer Bürgerversammlung gegenüber Anliegerforderungen aber „eher skeptisch“.

Dabei ist die Unterstützung des Bürgermeisters keineswegs erforderlich.

Geisenfelds Bürger müssten sich nur an die Deutsche Umwelthilfe wenden. Die DUH plant für Juni 2018 eine zweite Messaktion für ungefähr 500 Orte in Deutschland. Wie schon bei der ersten Mitmachaktion können Bürger Straßenabschnitte in ihrer Gemeinde mit einer besonders hohen Luftverschmutzung HIER melden.

Schreiten sie zur Tat. Seien Sie dabei, damit endlich an den richtigen Orten gemessen wird!

Helfen Sie uns, die Lücken auf der Landkarte zu schließen! Schreiben Sie uns, wenn die Atemluft vor Ihrer Haustür, auf dem Weg zur Arbeit oder zur Kita beispielsweise durch einen dichten Straßenverkehr besonders schlecht ist“, lautet der Aufruf des DUH.

Machen wir uns nichts vor. Wir wüssten es doch, wie wir die NO2-Belastungen reduzieren könnten.

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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