Gesundheitszustand Landrat Pfaffenhofen -Amnesie ist nicht gleich Amnesie

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Wollte Wolf überhaupt Landrat werden? Die Meldung über seine Amnesie lässt wichtiges außer Acht.

In einer Pressemitteilung vom 3. Mai zum aktuellen Gesundheitszustand des am 2. April bei einem Verkehrsunfall schwer verletzten Pfaffenhofener Landrats Martin Wolf, gab sein Stellvertreter Anton Westner die aktuellen Untersuchungsergebnisse bekannt. Nach Ansicht der untersuchenden Ärzte sei man bei der aktuell diagnostizierten Amnesie „zuversichtlich“, dass Wolf „sein Gedächtnis vollständig wiedererlangt“. Welches Gedächtnis?

Die zitierte Pressemeldung, mit ihr wollte man offensichtlich dem im laufenden Landrats-Wahlkampf erhobenen Vorwurf nach „mehr Ehrlichkeit“ begegnen, blieb beim Punkt „Amnesie“ ungewöhnlich schwammig.

Unterscheiden Neurologen doch bei Amnesie zwischen „retrograder“ oder „anterograderAmnesie, also der Unfähigkeit sich an Vergangenes zu erinnern oder aber der Unfähigkeit neue Gedächtnisinhalte speichern zu können.

Ein beachtlicher Unterschied, der sich, sofern Martin Wolf am 7. Mai. 2017 die Landratswahl gewinnen sollte, 7 Tage später enorm auswirken könnte. Müsste er doch innerhalb dieser 7 Tage eine nach dem Gesetz vorgeschriebene „Willenserklärung“ zur Annahme seiner Wahl abgeben.

Wenn er aber -unterstellt man retrograde Amnesie- nicht weiß, dass er diesen Willen überhaupt hat oder jemals hatte? Das wäre das politische Aus für Martin Wolf. Und darauffolgend müssten innerhalb von 3 Monaten Neuwahlen angesetzt werden (Voraussichtlich mit neuhinzukommenden Kandidaten)

 Im anderen Fall -dem Fall einer anterograden Amnesie- vergisst er die abgegebene Willensbekundung vorrübergehend, und hat im Laufe einer REHA alle Chancen seine Gedächtnisleistung vollumfänglich wiederzuerlangen um sein Amt zu gegebener Zeit anzutreten.

Die nachfolgend im Original angefügte Pressemitteilung war also für die vor einer Wahlentscheidung stehenden Bürger des Landkreises Pfaffenhofen alles andere als aufschlussreich. Aber auch keine Steilvorlage für die Wahl seiner Mitbewerber.   

In Abstimmung mit der Familie von Landrat Martin Wolf teilt der Stellvertreter des Landrats Anton Westner Folgendes mit:

Bei der körperlichen Genesung macht Herr Landrat Martin Wolf weiterhin gute Fortschritte. Die Verletzungen wurden versorgt und verheilen recht gut.
Bei den weiteren Untersuchungen, die erst in den letzten Tagen möglich waren, hat sich allerdings gezeigt, dass unser Landrat an einer Amnesie (Gedächtnisstörung) leidet. Diese wurde von einem Arzt am Dienstag, 2. Mai festgestellt.

Noch am Abend wurde ich zusammen mit dem CSU–Kreisvorsitzenden Karl Straub darüber informiert. Darauf haben wir uns entschlossen, den Landrat zusammen mit der Ehefrau zu besuchen. Nach dem Besuch haben wir gemeinsam entschieden, die Öffentlichkeit über den aktuellen Gesundheitszustand zu informieren.

Ob Landrat Martin Wolf, für den Fall, dass er wiedergewählt wird, die Wahl annehmen kann, ist derzeit noch offen.

Die Ärzte sind zuversichtlich, dass diese Gedächtnisstörung nach und nach wieder verschwindet und er sein Gedächtnis vollständig wiedererlangt.

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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