Screenshots aus der Sendung "Anne Will", ARD

Sonntagabends bei Anne – Lasst uns übers Piksen reden

Lesedauer 4 Minuten

Hör mal wer da schwurbelt. Wagenknecht trifft Lauterbach

Sonntag gegen 22 Uhr. Quasselrunde bei „Anne Will“ im Ersten. Vier Gäste sollten darüber reden, wie sinnvoll 2G und erhöhter Druck auf Ungeimpfte sein können. Im Folgenden soll es aber nur um die Betrachtung der dabei hervorstechendsten zwei Personen gehen. Eben Sahra Wagenknecht und Karl Lauterbach.

Wobei die Gastgeberin gleich bei der Vorstellung ihrer Gäste nur bei Wagenknecht darauf hinwies das diese sich derzeit „nicht impfen lassen möchte“, aber „wie alle anderen auch, hier negativ getestet sitzt“. (Der Impfstatus der „Anderen“ wurde nicht kommuniziert)

Auf die anschließende Frage, warum sie sich nicht impfen lassen möchte stellte Wagenknecht klar, dass sie es als Problem erachte „das man das öffentlich begründen“ müsse. Wer sich impfen lässt „schützt in erster Linie sich selbst“. Man sollte das nicht moralisch zum Akt der Solidarität mit Anderen aufblasen. Denn „auch Geimpfte können andere anstecken“. Doch, und dafür werbe sie, „Menschen die zu Risikogruppen gehören sollten sich impfen lassen“. Bei allen „anderen ist es aber eine individuelle Entscheidung“ ob sie sich impfen lassen. (Ich hätte jetzt nur noch ein Schrödersches „Basta“ erwartet)

Betrachtet man sich die Schlagzeilen der tags drauf diese Sendung rekapitulierenden Artikel konnte man den Eindruck gewinnen, das Wagenknecht im weiteren Verlauf der Sendung „weitverbreitete Fehlinformationen über die Corona-Impfung“ geäußert habe,  und „Mediziner und Gesundheitsexperte Lauterbach“ nun alle Hände voll zu tun hatte, um „jeden ihrer Einwürfe sachlich zerlegen“ zu können. (Merkur)

Wagenknecht und Lauterbach geraten in Impfdebatte aneinander“ (Redaktionsnetzwerk Deutschland), „Wagenknecht feuert bei Anne Will gegen Impfung – und macht Lauterbach und die eigene Partei fassungslos“ (Merkur), „Nach wirren Impfthesen bei Will prasselt nun heftige Kritik auf Wagenknecht ein“( FOCUS online). „n-tv“ ging emsig auf die Suche u.A. bei Twitter und subsumierte die gefundenen Äußerungen von „Linken“ unter der Schlagzeile „Schwurbelei gefährdet Menschen“ Linke genervt von Wagenknecht-Äußerungen“.

Dass man das auch vollkommen anders sehen konnte, zeigte Jens Berger in den „NachDenkSeiten“ im Artikel „Schwurbler des Tages: Karl Lauterbach“.

Berger wies nach, dass Lauterbach Risiken von Impfstoffen immer nur dort sah, wo es gerade zu passen schien.
Wenn Lauterbach in der Sendung Wagenknechts Befürchtungen zu Langzeitfolgen als „Räuberpistole“ und dem Hinweis „Es ist noch nie passiert, dass eine Nebenwirkung erst sehr spät aufgetreten ist“ wegzuwischen versucht, verweist Berger auf die Langzeitfolgen des  „Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix“, bei dem erst später erkannt wurde, dass er die unheilbare Schlafkrankheit Narkolepsie bei Kindern und Jugendlichen ausgelöst hatte. (Der schwedische Staat musste Schadensersatz in Höhe von bis zu einer Million Euro an die Opfer zahlen)

Damit aber nicht genug. Um seinen Ruf als Wissenschaftler vollends einzuäschern (Si tacuisses, philosophus mansisses) seziert Berger in seinem Artikel den „schwurbelnden Lauterbach“ indem er ihn mit einer weiteren Kostprobe aus der Sendung zitiert „als er konkret auf das von Sahra Wagenknecht genannte Beispiel zu einer Nebenwirkung des Impfstoffs gegen das Dengue-Fieber befragt wurde. Hier kann die Impfung – abermals vor allem bei Kindern und Jugendlichen – dazu führen, dass sie im Falle einer Infektion sogar schwerer und tödlich erkranken. Doch das will Lauterbach skurrilerweise nicht als Nebenwirkung gelten lassen. So schwurbelte er …

 „Das ist ein Unterschied, ob die Krankheit dann schwerer verläuft, wenn ich geimpft bin oder, äh, eine Nebenwirkung der Impfung. […] Bei Dengue war das etwas anders, aber das ist ja keine Nebenwirkung der Impfung, sondern das ist ein schwerer Verlauf bei Infektion nach Impfung, aber keine Nebenwirkung der Impfung.

Am Ende seines Artikels, dem er zuvor noch konterkarierende Fakten und Diagramme zu Lauterbachs „Fantasien“ voranstellte, empfahl Berger den „zahlreichen Faktencheckern in diesem Land“ einmal die Aussagen eines Karl Lauterbach zu überprüfen. „Denn Schwurbler sind [nicht] immer nur die anderen

Doch andere sehen das „naturgemäß“ völlig anders. Zum Beispiel einige zu kurz geratene aus der Ecke der Partei „Die LINKE“. „Naturgemäß“ deshalb, da sich dort so mancher schon seit Jahren versucht sich an Wagenknecht abzuarbeiten.

„TAG24 News“ sah sogar einen „Shitstorm nach Wagenknechts Auftritt bei Anne Will“. Rauscht man mal kurz durchs Internett und bei Twitter vorbei ist davon aber nicht viel zu sehen. Mehr als ein künstlich erzeugter Sturm im Wasserglas, verursacht von einer Hand voll Wagenknecht-Basher ist dort nicht zu bemerken.

Das Sara Wagenknecht in der Will-Sendung nur als „die ungeimpfte“ Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenkecht saß, nicht aber als „die ungeimpfte“ Repräsentantin irgendeiner Gliederung der Partei „Die LINKE“, scheint einigen verborgen geblieben.   

Aber um Jens Berger erneut zu zitieren:

Schwurbler sind immer nur die anderen“.

Über Bernd Schuhböck

Nicht nach heutigen, jedoch nach den Maßstäben der Ära Willy Brandt politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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