Was tun - Wie viel wird nach dem 2. März noch übrig bleiben?- Bild: Bürgersicht

„Was tun“ sprach Zeus – SPD Mitglieder in PAF beraten über GroKo Beteiligung.

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Die Frage aus einem Schiller Gedicht wird 223 Jahre später in SPD „Dialog Veranstaltungen“ erneut aufgeworfen.

Nimmt man aus Friedrich Schillers Gedicht „Die Teilung der Erde“, den bekanntesten Vers „Was tun, spricht Zeus“, und verknüpft ihn gedanklich mit der späteren umgangssprachlichen Ergänzung „die Götter sind besoffen und der Olymp ist vollgekotzt“, dürfte man der aktuellen Ratlosigkeit innerhalb der SPD-Mitgliedschaft sehr nahe kommen.

Was hatte ihnen der vor einem Jahr mit historischer Zustimmungsquote von 100 Prozent gewählte Parteivorsitzende Martin Schulz ganz generell, aber auch mit dem schlechten Wahlergebnis bei der BTW17 und seiner gleichfalls historisch zu nennenden kurzen Amtszeit da nur eingebrockt?

Wie die bundesweit 463.723 Abstimmungsberechtigten SPD-Mitglieder können/sollen auch die rund 500 SPD-Mitglieder im Landkreis Pfaffenhofen (22 sind hier in den letzten Tagen neu eingetreten) bis 2. März auf der Grundlage eines ausgehandelten Regierungsprogramms abstimmen, ob „Ihre“ SPD erneut gemeinsam mit CDU/CSU für die nächsten 4 Jahre Regierungsverantwortung übernehmen soll.

In Pfaffenhofen bietet man den Mitgliedern am 19. und 26. Februar jeweils in Pfaffenhofen und Langenbruck eine „Dialog Veranstaltung an, auf denen man, so die Stellungsname des SPD-Kreisvorsitzenden Markus Käser, „den Koalitionsvertrag behandeln“ werde, „aber auch einfach Raum für Statements und den Austausch unter Genossinnen und Genossen“ bieten wolle.

Da wir Mitglieder nicht bevormunden wollen und müssen“ wird es auf diesen nur für Mitglieder zugänglichen Veranstaltungen „auch keine Empfehlung des Kreisverbandes geben“ erklärt Käser.

Was könnten die SPD Mitglieder mit ihrem Votum erreichen, welche Verantwortung würden sie damit eingehen?

  • Sollen sie ihre Entscheidung staatspolitisch gewichten, und mit einem „Ja“ der Bundesrepublik eine, nach dem Geplänkel der letzten Tage vermutlich wacklige Regierung geben, oder mit einem „Nein“ entweder dem Parlamentarismus (Minderheitenregierung) oder allen Parteien eine neue Chance (Neuwahlen) geben?
  • Oder besser parteipolitisch gewichten, und mit einem „Ja“ die Kapriolen ihres Parteivorstands und das Postengeschacher in „Ihrer“ SPD damit absegnen, oder mit einem „NEIN“ einen wirklichen Aufbruch und die Rückbesinnung auf die eigentlichen Werte der SPD zu ermöglichen und den Parteivorstand personell durchzurütteln.

Oder, und das wäre den Regierungspartnern in spe wohl die angenehmste Vorstellung in Sachen Mitgliederentscheid, die SPD Mitglieder glauben einfach das von interessierter Seite initiierte mediale Dauerfeuer, demzufolge der Koalitionsvertrag zu 70 Prozent aus SPD-Feder“ stammt, übersehen das Fehlen eingelöster originärer sozialdemokratischer Kernanliegen zur Lebensverbesserung Lohnabhängiger und stimmen -ohne weiter darüber nachzudenken- mit „Ja“.

Was also werden sie tun, die SPD Mitglieder? Was die politischen Vorturner in Deutschland nicht schafften, das müssen sie jetzt ausbaden. Werden auch die Mitglieder Versagen zum Nachteil der Gemeinschaft?

Schillers oben zitiertes Gedicht mit dem „Zeus“ Vers beginnt übrigens folgendermaßen:

„Nehmt hin die Welt!“ rief Zeus von seinen Höhen
Den Menschen zu. „Nehmt, sie soll euer sein!
Euch schenk ich sie zum Erb und ewgen Lehen –
Doch teilt euch brüderlich darein!“

Welche Erkenntnis würden die SPD-Mitglieder aus diesen Zeilen wohl ziehen?

 

Über Gebhard Gessler

Politisch und weltanschaulich eher undogmatisch. Der Fels in der Brandung und „eierlegende Wollmilchsau“ der Redaktion. Als CvD 24 Stunden vor dem Schirm, haut jedem auf die Finger, bearbeitet i.d.R. alle Pressemeldungen und verantwortet die Grafiken aus der Generation Praktikum.

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