Stimmentausch zur Bundestagswahl – Neues aus Absurdistan (UPDATE)

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Sie wollen nicht wählen, einer der nicht darf, aber schon. Wir machen das!

Nach deutschem Recht ist Stimmentausch illegal“ steht da auf der Website „VoteBuddy“. Und weiter heißt es, „Unser Geschäftssitz ist daher in New York und wir betreiben die Webseite auf Servern in den USA“. Angesprochen werden auf dieser Website Wahlberechtigte Deutsche, die nicht wählen wollen, damit sie ihre Briefwahlunterlagen von/mit jemand ausfüllen, der nicht wählen darf. Sofern die Seite kein Fake ist, und im Moment sieht es nicht danach aus, ist „VoteBuddy“ ziemlich starker Tobak.

Es soll nicht wenige Leute geben, die bei der anstehenden Bundestagswahl am 24. September nicht wählen gehen. Entweder weil sie keine Zeit haben (der dümmste Grund) oder nicht wissen, wen sie wählen sollen. (Kann passieren)

Andererseits leben in Deutschland „mehr als acht Millionen Erwachsene, die nicht stimmberechtigt sind“ (heißt es bei VoteBuddy). Wer wird das wohl sein? Kriminelle, Ausländer, die nicht als Deutsche anerkannt sind?)

Genau diese beiden Gruppen möchte das „ junge Start-Up, das sich 2017 in Berlin gegründet hat“ zusammenbringen. Um „ein gemeinschaftliches Problem [zu] lösen und mit innovativen Ideen den gesellschaftlichen Wandel voranbringen“.

Was so innovativ am Illegalen sein soll, wird nicht weiter ausgeführt. Gesellschaftlicher Wandel durch digital befeuerten Rechtsbruch?

Wenn diese Seite weiterhin bis zum 24. September abrufbar ist (und es sich dabei nicht- wie oben vermutet- um eine gut gebaute Fake-Site handelt) dürfen wir 2018 zur kommenden Landtagswahl in Bayern mit neuen Überraschungen rechnen.

Dann heißt es bald, Stimmenkauf ist zwar illegal. Doch da wir die Bezahlung in Bitcion abwickeln ……

ENTWARNUNG: (08.09.2017)

Das mit „VoteBuddy“ ist geklärt. Aktionskünstler rund um das Peng Kollektiv steckten dahinter und erklären nun, „Die Plattform war nur eine Attrappe, die ganze Aktion Satire“.

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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