Bild: Der Spiegel und Netztfund

Wir Deutsche – Wie dumm sind wir eigentlich?

Lesedauer 3 Minuten

Auf Grundlage der letzten PISA Auswertung würde die Antwort auf die in der Headline gestellte Frage besorgniserregend negativ ausfallen. Zumindest was die schulische Bildung anbelangt. Da es, abgesehen von einigen kleineren Stichproben, keine allgemeingültigen wissenschaftlichen Untersuchungen zur kognitiven Leistungsfähigkeit deutscher Erwachsener gibt, (mir ist zumindest keine bekannt) muss man zur Bewertung des Zustands unserer Bevölkerung auf Indizien zurückgreifen.

Nimmt man dazu das Demonstrationsaufkommen vom zurückliegenden Wochenende in den Blick, nach Medienangaben sollen es Hunderttausende gewesen sein die hier quer durch die ganze Republik, nicht etwa wg. der Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen, sondern wg. eines diffusen „gegen rechts“ auf die Straße gingen, kommt man aus dem Stirnrunzeln nicht mehr heraus.

Diese diffusen „gegen rechts“ Proteste wurden von Politik und Presse sofort in ein klareres „gegen AfD“ umgedeutet, da diese auf einem „Geheimtreffen“ demokratiegefährdend über das typisch „rechte“ Thema „Remigration“ gesprochen hätten.

Doch wie kann es sein, dass sich wg. Migrationsfragen Staatsbürger auf Demos „gegen rechts“ einfinden, wenn der Kanzler einer selbstdeklarierten links-liberal aufgestellten „Fortschrittsregierung“ fordert, man müsse „endlich im großen Stil abschieben“, und dessen Regierung in einer „Rückführungsoffensive“ ein „Rückführungsverbesserungsgesetz“ auflegt?

Hat diese Melange der Demoteilnehmer, bestehend aus dummen Mitläufern, naiven Obrigkeitshörigen und einer wesentlich kleineren, ihr politisches Süppchen kochenden Gruppe der Organisatoren hier die eigentliche Stoßrichtung nicht gesehen? Ist Rückführung vom Migranten nur akzeptabel, wenn sie nicht von „rechts“ thematisiert wird?   

Mein Eindruck bei der Betrachtung dieser Demos: Zu viele beschränkten sich bei der Teilnahme an diesen Demos darauf, was andere sagen und tun. 

Und steht bei der Betrachtung des gängigen politischen Koordinatensystems, in dem man das Parteienspektrum in der Reihung von links nach rechts in progressiv, liberal und konservativ einordnet, „rechts“ bereits für Extremist, Nazi oder Faschist?

Wenn man sich zum Beispiel die Einlassungen der Antifa-Aktivistin und Organisatorin der „Gemeinsam gegen rechts“-Demo in München, Lisa Poettinger auf „X“ (vormals Twitter) ansieht, kann man sich dieses Eindrucks nicht erwehren. Kaum hatte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Sympathien für diese Demos bekundet, schrieb sie: „Was wollen CSU-Politiker:innen vor Ort. Als Versammlungsleiterin kann ich sagen, dass ich gar keinen Bock auf Rechte jeglicher Couleur habe!“

Da ging die Propaganda wohl nach hinten los. Wollte der Chef der CSU mit seiner Begeisterung für die Demos „gegen rechts“ doch nur der als größte Oppositionspartei im Bayerischen Landtag sitzenden AfD im Vorbeigehen eine mitgeben, wurde er plötzlich als „selber rechts“ öffentlich vorgeführt.

Und hier schließt sich der Kreis bei der Frage nach der Dummheit eines offensichtlich großen Teils unserer Bevölkerung. Die durch massivste mediale und staatliche Propaganda verursachte kognitive Dissonanz in der Bewertung, wer oder was denn nun „rechts“ sei, ist offensichtlich. „Wenn in einer Demokratie die Menschen nicht gegen die Regierung, sondern gegen die Opposition auf die Straße gehen, so ist dies ein merkwürdiger Vorgang“ wundert sich Jens Berger im unten verlinkten Kommentar aus den „NachDenkSeiten“.

Über Bernd Schuhböck

Nicht nach heutigen, jedoch nach den Maßstäben der Ära Willy Brandt politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

Schon gelesen?

Wie gut, dass die anderen Parteien die AfD haben.

Von den potemkinschen Fassaden in der deutschen Politik.