Bargeldbeschränkung – Für SPD Bundestagskandidat Mehltretter „kein Weltuntergang“

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Doch 96 Prozent der Deutschen lehnen genau diese Beschränkung ab.

Im Vorfeld einer Wahlveranstaltung der SPD am 11. Juli in Pfaffenhofen, auf der Bundestagskandidat Andreas Mehltretter auch seine ambitionierte, vom 17. bis 23. Juli anberaumte Veranstaltungsreihe „Woche der Zukunft“ vorstellte, erläuterte er der örtlichen Presse die wichtigsten Handlungsfelder seiner „Politik für eine bessere Zukunft“.

Mehltretter zufolge ist „Politik viel zu oft darauf ausgerichtet, das „Heute“ zu verwalten“ und beklagt den „meist nur kurzen Zeithorizont“ dabei.
Bei den von ihm ausgemachten Themen wie Verfall von Staatseigentum (Schulen Bundes- und Fernstraßen), der Energiewende mit seiner gewaltigen Herausforderungen bei der Elektromobilität, Bildung, gesellschaftlicher Entwicklung und Digitalisierung.

Besonders bei letzterem müsse man den beispielweise heute bereits reagieren auf den absehbaren gesellschaftlichen Umschwung zum Beispiel bei Arbeitsmarkt relevanten Anpassungen.

Dem 25-jährigen Doktoranden Andreas Mehltretter, er promiviert aktuell seit letzter Woche an der LMU-München zum Thema „Waffenhandel und innerstaatlicher Konflikte“, möchte, dass wir „heute die richtigen Weichen stellen, damit es allen in unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten gut gehen kann“.

Auf Nachfrage von „Bürgersicht“ wie er zum Beispiel beim Thema „Digitalisierung“ die Zukunft des Bargeldes und die sowohl von staatlicher als auch privatwirtschaftlicher Seite mehr oder weniger offen geforderten Begrenzung des Bargeldes sehe, gab er eine, für einen angehenden Bundestagskandidaten sehr unbekümmerte Antwort.

Er sehe darin „keinen Weltuntergang“. Und präzisierte auf Nachfrage, das man „wegen staatlicher Überwachung hier keine allzu großen Befürchtungen“ haben müsse. Außerdem plane seines Wissens „niemand in der deutschen Politik das Bargeld abzuschaffen. Ich würde so einen Plan auch nicht befürworten“.

So einen Plan würden 95,99 Prozent der deutschen Bürger auch nicht gutheißen.

Nach Auswertung einer bis 31. Mai durchgeführten Online-Umfrage der EU-Kommission zum Thema (Bürgersicht berichtete und rief zur Teilnahme auf) lehnen 94,4 % der Europäer eine Beschränkung des Bargeldes ab.

Hervorstechende Argumente gegen die Beschränkung waren

  • Anonyme Barzahlungen leisten zu können stellt eine grundlegende persönliche Freiheit dar.
  • Barzahlungen sind komfortabel.
  • Beschränkungen für Barzahlungen behindern das Geschäftsleben.
  • Beschränkungen für Barzahlungen sind nicht wirksam, um die potenziellen Ziele zu erreichen (Bekämpfung krimineller Aktivitäten, des Terrorismus und der Steuerhinterziehung).

Eine Besonderheit der Umfrage und ihres Ergebnisses, beides fand weitgehend ohne mediale Aufmerksamkeit statt, war die geringe Beteiligung in den meisten europäischen Ländern.

Nur deutsche (11.259), französische (10.838) und österreichische (5.724) Bürger beteiligten sich in nennenswerter Zahl an der mit insgesamt rund 30.000 Teilnehmern abgeschlossenen Umfrage. Der Rest der Europäer kannte die Umfrage nicht oder reagierte aus anderen Gründen nicht darauf.

Für deutsche Politiker -auch angehende- lässt das Ergebnis nur einen Schluss zu:

Digitalisierung hin oder her. Finger weg vom Bargeld!

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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