Erneut Volksverdummung u. Propaganda in den ZDF-Nachrichten

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„Die russische Seite hatte das ohnehin noch nie erlaubt“

Die 19 Uhr Nachrichten des ZDF begannen am 18. April mit einer Meldung, die deren Berichterstattung so gut wie gar nicht betraf. Journalisten dürften jetzt nicht mehr direkt und unmittelbar von der ukrainischen Front berichten. Ich hatte bisher noch keinen ZDF-Journalisten/Journalistin gesehen, der/die jemals direkt von der ukrainischen Frontlinie berichtet hätte. Meist sagen sie ihre Texte in der sogenannten Etappe in sicher Entfernung zum Kampfgebiet auf, oder liefern Human Touch-Berichte mit Ruinenflair aus ehemals umkämpften Gebieten ab.

Doch nun dürfen „echte“ Frontberichterstatter, also diejenigen, die wirklich von der Front berichten wollen, nicht mehr von der Front berichten. (Mit größerem Abstand zur Front dürfen sie es, jetzt aber in militärischer Begleitung, weiterhin tun)     

Journalisten will die ukrainische Militärführung nicht mehr direkt an die Front lassen“ erklärt die Präsenterin der 19 Uhr „heute“ Nachrichten die neuen ukrainischen „Sicherheitsvorschriften“ für Berichterstatter.

Und fügt anschließend -abschwächend vergleichend und zudem unwahr- hinzu, „die russische Seite hatte das ohnehin noch nie erlaubt“. Eine leicht widerlegbare Behauptung, sofern man über den Tellerrand der ÖR-Berichterstattung hinausschaut.

Selbstverständlich erlaubten und erlauben „die“ Russen Frontberichterstattung. Neben Thomas Röper vom „Anti Spiegel“, der in Sankt Petersburg lebende Deutsche berichtet in Videos* zunehmend regelmäßig von der Front, gibt es zahllose Beispiele von internationalen Journalisten die direkt von den russischen Linien berichten. (*Das verlinkte Video von T. Röper zeigt einen noch nicht untertitelten Teaser seines Besuchs der russischen Armee direkt an der Front in Saporoschje)

Zuletzt berichtete der französische TV-Senders France 24,-von der ukrainischen Front-Seite kommend- auch aus der russischen Seite der Frontlinie. (Und interviewte dabei auch russ. Soldaten) Offizielle Reaktion eines ukrainischen Regierungsbeamten darauf: „Das Betreten besetzter Gebiete ohne die Zustimmung der Ukraine verstößt gegen die ukrainische Gesetzgebung, und diejenigen, die sich an solchen Aktionen beteiligen, werden nach dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen“. (Wegen dieser Drohung depublizierte France 24 seinen Bericht )

Nur darüber wird im ÖR nicht berichtet und nichts davon wird im deutschen Fernsehen gezeigt. Und um das „gut-böse-Narrativ“ der ÖR nicht zu verwässern, oder gar als „Schande für den Journalismus“ ins Fadenkreuz der ukrainischen Regierung zu geraten, weigern sich Journalisten der ÖR- Anstalten diesbezügliche Einladungen aus Russland anzunehmen. T. Röper hatte ihnen schon mehrmals angeboten, sie zu Reisen an die -russische- Front mitzunehmen.

Aber naja, „Mit dem Zweiten“ sieht und hört man leider zunehmend nichts wissenswertes mehr in den Nachrichten.

Über Bernd Schuhböck

Nicht nach heutigen, jedoch nach den Maßstäben der Ära Willy Brandt politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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