Hilfe für Flüchtlinge – Wie läuft das so, das Zusammenleben in Deutschland?

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Eine kostenlose, mehrsprachige Orientierungshilfe vermittelt Flüchtlingen auf respektvolle Art geltende Regeln

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Schnell mal ins Fettnäpfchen treten. Geht ganz leicht. Selbst für einen in Deutschland sozialisierten Mitbürger. Auf einen, in Unkenntnis der hier vorherrschenden Regeln gerade erst nach Deutschland geflüchteten „Neuankömmling“ dürften also besonders große Fettnäpfchen warten. Ein kostenloser „Refugee Guide“ vermittelt den Flüchtlingen jetzt nützliche Informationen.

Fettnäpfchen in die man selber tritt, bagatellisiert man gern als bedauerliche Ausrutscher, während man bei Flüchtlingen schnell versucht ist, einen Regelverstoß als bösen Willen oder zumindest als Frechheit einzustufen. Für manche zur Skandalisierung neigende Weltsichtvereinfacher ganz klar: DIE wollen sich nicht integrieren! (Wie sollen DIE es auch machen. Vom „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ gibt es keine diesbezügliche Orientierungshilfe)

Eines vorweg: Der hier vorgestellte „Refugee Guide“, ein unter www.refugeeguide.de kostenlos downloadbarer, von mehreren Muttersprachlern ohne Ressentiments verfasster 15-seitiger pdf-„Benimm“-Leitfaden liegt auch in Deutsch vor. Eine gute Gelegenheit für hier geborene „Hiesige“, die eigene Verfasstheit zu überprüfen.

Die in Deutschland geltenden Verhaltensweisen zu vermitteln und dabei echte Hilfestellung respektvoll zu erklären scheint schwieriger als es scheint.

Der Bürgermeister von Hardheim, einer Gemeinde mit 4600 Einwohnern im fränkischen Odenwald hat es mit einem Flüchtlings-Knigge versucht. Dafür bekam er viel Zuspruch, aber auch Spott und Häme. In seinem Willkommensbrief „Hilfestellung und Leitfaden für Flüchtlinge“ sahen Kritiker ein belehrendes Regelwerk.

Beispiel „Müll“ : Flüchtlings-Knigge Hardheim
Deutschland ist ein sauberes Land und das soll es auch bleiben! Den Müll oder Abfall entsorgt man in dafür vorgesehenen Mülltonnen oder Abfalleimer. Wenn man unterwegs ist, nimmt man seinen Müll mit zum nächsten Mülleimer und wirft ihn nicht einfach weg.“

Das man es auch besser, respektvoller und ohne den bekannten „Deutschen Zeigefinger“ hinbekommt, zeigt der Auszug aus dem „Refugee Guide“ zum selben Thema:

Beispiel „Müll“: Refugee Guide

Deutsche sind dafür bekannt sich sehr umweltfreundlich zu verhalten: sie trennen ihren Müll und verwerten ihn wieder. Selten werfen sie ihren Müll einfach auf den Boden – weder in der Stadt noch in der Natur. Ist kein Mülleimer in der Nähe, so wird Müll in der Hand behalten oder aufbewahrt, bis man ihn umweltgerecht entsorgen kann, auch wenn das bedeutet den Müll bis zum nächsten Mülleimer zu tragen. An öffentlichen Orten, wie Bahnhöfen und Bushaltestellen oder in Parks, findet man üblicherweise Mülleimer“.

Integrationshemmender Frust kann durch den „Refugee Guide“ auf beiden Seiten vermieden werden. Sowohl bei den hier lebenden, wie auch bei den hier leben wollenden Neu-Bürgern.

Seite anklicken und die handliche Informationsbroschüre in der gewünschten Sprache –kostenlos in 10 Sprachen– herunter laden und ausdrucken. Verteilen nicht vergessen!

(Übrigens: Kommunen und Helferkreise sind herzlich eingeladen, den „Refugee Guide“ auch in größeren Stückzahlen zu drucken. Anfragen dazu unter info@refugeeguide.de)

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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