Schüler und der Umgang mit Daten im Internet – Ein Schulprojekt

Lesezeit: 3 Minuten

Jugendschutz Pfaffenhofen veranschaulicht in zwei Schulstunden die „Gefahren im Internet“

(Sie hören “Knigge 2.0”, einen Rapsong zum Thema. 12 Zeilen weiter ist er abschaltbar)

O.K., das Projekt des Landratsamtes, Schüler im Umgang mit dem Internet zu sensibilisieren, ist durch den dafür gewählten Titel „Gefahren im Internet“ zwar etwas falsch eingefädelt, („Gefahren im Umgang mit dem Internet“ träfe es wohl besser) doch die Sache an sich ist richtig.

Nahezu jeder Schüler ab der fünften Klasse ist im Internet unterwegs. Jedes zweite Kind zwischen sechs und 13 Jahren hat ein internetfähiges Smartphone. Sich darüber mit anderen auszutauschen macht Spaß und kann bereichernd sein.

Doch wo hört der Spaß auf und wo fängt der Ärger an?

Ohne dem im Pfaffenhofener Landratsamt zuständigen Bereichsleiter „Jugendarbeit/Präventiver Kinder- und Jugendschutz“, Manfred Liesaus bei seinen -auf Anforderung der Schulen- zwei Unterrichtsstunden in den Klassen 5-9 etwas aufzuerlegen,
stellen wir oben ein Rap Song-Video des Sängers Ben Bohnert ein, der in 4 Minuten die soziokulturellen und datenrelevanten Besonderheiten im Umgang miteinander im Internet auf den Punkt bringt.
(Song, Video und Text HIER zum Download. Die Weiterleitung des Songs sei Eltern, Lehrkräften und Schülern wärmstens empfohlen)

Der Song schließt mit der Aufforderung: „Sei ein Vertreter für’s Gute, bleib immer stolz auf dein Tun“.

Leider kennen viele die Gefahren nicht und so kommt es immer wieder vor, dass Kinder über das Internet fertig gemacht werden. Daneben häufen sich Kosten und Schadensersatzforderungen“, weiß Elke Dürr, Leiterin des Sachgebietes Familie, Jugend, Bildung am Landratsamt Pfaffenhofen, zu berichten.

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Umgang mit persönlichen Daten

Die vom Landratsamt durchgeführten Schulstunden richten „sich an alle Schüler von der fünften bis zur neunten Klasse. Im Rahmen von zwei Unterrichtsstunden wird in jeder Klasse mit den Schülern über die Gefahren, die sich bei der Internetnutzung ergeben, gesprochen.

Manfred Liesaus arbeitet dabei aber nicht mit erhobenem Zeigefinger. „Vielmehr geht es darum, den Schülern deutlich zu machen, wie schnell etwas passieren kann“, so Liesaus.

Dabei stehen besonders die folgenden Themen im Mittelpunkt:

  • Meine Daten gehören mir! Persönliche Daten von mir haben im Internet nichts zu suchen. Ich gebe sie nicht weiter, auch wenn ich dazu aufgefordert werde.
  • Ich treffe mich nicht mit Leuten, die ich im Internet kennengelernt habe. Profile können ganz leicht gefälscht werden. Ich weiß also nie, wer sich hinter den Angaben verbirgt und ob es diese Person wirklich gibt.
  • Ich schicke über WhatsApp nur fremde Bilder, Filme, Songs weiter, von denen ich auch die Erlaubnis der Personen habe, denen sie gehören (Urheberrecht).
  • Wenn ich jemanden fotografieren will, muss ich ihn vorher fragen. Ohne Erlaubnis der betreffenden Person kann ich diese Bilder auch nicht veröffentlichen oder weiterschicken.
  • Auch bei der Weitergabe der Bilder von mir selbst passe ich auf. Selbst wenn ich viele Sachen jetzt cool finde, kann es sein, dass mir das in ein paar Jahren total peinlich ist. Was ich aber veröffentlicht habe, kann ich im Internet nicht mehr löschen. Das können dann alle sehen.

Manfred Liesaus: „Wir wollen den Schülern keine Angst vor dem Internet machen. Das Surfen im Netz macht ihnen Spaß. Vielmehr geht es uns darum, dass es bei dem Spaß bleibt, wenn sie sich an die Empfehlungen halten.“

Dieses Jahr wurde das Projekt in den Schulen in Manching, Geisenfeld, Hohenwart und Pfaffenhofen durchgeführt.

(Das Schaubild „Passiv und gläsern“ haben wir dem „Katapult Magazin“, einem Magazin für Kartografik und Sozialwissenschaft entnommen. Danke.)

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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