Suizide in Deutschland rückläufig, jedoch höher als Zahl der Verkehrstoten

Copyright Leibniz-Institut für Länderkunde e. V.

Dieser Beitrag wurde bisher 4 x aufgerufen.

Die Zahl der Suizide ist in den letzten drei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Die Regionen mit den höchsten Suizidraten liegen in Sachsen und Bayern. Der Landkreis Pfaffenhofen liegt dabei im bayerischen Mittelfeld. Das belegt die aktuelle Deutschlandkarte, die das Leibniz-Institut für Länderkunde jetzt auf http://aktuell.nationalatlas.de veröffentlicht hat. (Leipzig, Berlin) – Die Zahl der Suizide hat sich in Deutschland seit 1980 mehr als halbiert, mit 9400 lag sie im Jahr 2007 aber immer noch deutlich über der Zahl der Verkehrstoten (5170). Regionale Unterschiede und räumliche Muster des prozentualen Anteils von Suiziden an den Gesamtsterbefällen macht die Deutschlandkarte des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) sichtbar.

 

Danach ist eine Abnahme der Suizidhäufigkeit von Ost nach West zu beobachten – mit der Ausnahme Sachsen-Anhalt, das heute die niedrigste Sterblichkeit durch Selbsttötung aufweist. Die höchsten Sterberaten entfallen auf Regionen in Sachsen und Bayern.

 

„Die Wahrscheinlichkeit eines Suizids hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab, zum Beispiel von Geschlecht, Alter, sozialen Kontakten, Depressionen und Suchtkrankheiten“, sagt Prof. Dr. Jürgen Schweikart von der Beuth Hochschule für Technik Berlin; er und seine Kollegin Nicole Ueberschär sind die Autoren des Beitrags zur Suizidhäufigkeit, die das IfL auf der Internetseite „Nationalatlas aktuell“ veröffentlicht hat.

 

Besonders auffällig ist die gegenüber Frauen drei Mal höhere Mortalitätsrate bei Männern. Ein deutlicher Zusammenhang besteht außerdem zwischen Familienstand und Suizidwahrscheinlichkeit: Geschiedene nehmen sich häufiger das Leben als Verheiratete, die die niedrigsten Suizid- und Suizidversuchsraten aufweisen.

 

Auch sei ein signifikanter Zusammenhang mit bestehender Arbeitslosigkeit festgestellt worden, so Nicole Ueberschär. Insgesamt sehen die Experten, die sich unter anderem mit aktuellen Fragen der Medizinischen Geographie beschäftigen, aber noch weiteren Forschungsbedarf, um die räumlichen und zeitlichen Muster der Suizidhäufigkeit besser erklären zu können. Mögliche Ansatzpunkte für konkrete Untersuchungen seien zum Beispiel landes- und altersspezifische Ab- und Zuwanderungen in den vergangenen zehn Jahren.

 

In der Online-Zeitschrift Nationalatlas aktuell veröffentlicht das Leibniz-Institut für Länderkunde regelmäßig Beiträge zu Ereignissen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Im Mittelpunkt stehen eigene Karten und Grafiken sowie von Experten geschriebene Begleittexte. Alle Karten und Diagramme können auf Wunsch in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden. Jüngere Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit den Themen nichteheliche Geburten, Klimawandel und Wintersport in Mittelgebirgen sowie Lebensmittel mit geschützter Geographie.

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

Check Also

Dringend angeraten – PC-Leihgeräte für bedürftige Schüler an PAF-Schulen nun möglich.

Laut MdL Karl Straub (CSU) fließen an die Schulen im Landkreis dafür “mehr als eine halbe Million Euro“.

Schreibe einen Kommentar