Bitter und edel – das Gold der Holledau…

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… und wie es im Deutschen Hopfenmuseum in Wolnzach zelebriert wird.

Ein Gastartikel von Beate KREIS-NÜCKEN / Die Wolnzacher haben es wieder einmal gepackt. Neben dem Gymnasium als Zentrum von Bildung und Kultur konnten sie auch das Deutsche Hopfenmuseum an die Marktgemeinde binden. Geisenfeld, das als Geburtsstätte des Hallertauer Hopfenanbaus gilt, brachte es zustande, die älteste Brauerei der Welt zu zerstören und stattdessen einen Geldzähltempel zu installieren. Sehr viel heller waren dagegen die Wolnzacher. In unermüdlicher Privatinitiative schafften sie es, dass nach 20jähriger Vorbereitungszeit das prächtige Deutsche Hopfenmuseum eingeweiht werden konnte.

Schon das Gebäude der Münchner Architekten Krug und Partner ist ein Juwel der Museumsarchitektur. Ein stilisierter Hopfengarten mit Säulen und hoch wachsenden Hopfenreben ist in den Bau integriert. Link

Dadurch entsteht ein Vorplatz, der dem sonst eher drögen Markt Wolnzach einen Hauch von Modernität und Urbanität verleiht. Link

Die Karriere einer Pflanze

Der elegante Museumsbau beherbergt eine weltweit einzigartige Sammlung zum Thema Hopfen. Gezeigt wird die Karriere der mittelalterlichen Heilpflanze Hopfen vom Beruhigungsmittel für erregte Mönche zum wesentlichen Bestandteil der modernen Biere.

Hopfen hat neben Wirkungen auf das Gehirn auch hormonelle Effekte. Er eignet sich zum Einsatz in der Frauenheilkunde, bei Störungen von Blase und Prostata, wirkt harntreibend und entgiftend und regt die Verdauung an.

Trotz aller gezeigten Forschungen bleibt die Pflanze doch erstaunlich geheimnisvoll. Es lässt sich erahnen, dass noch überraschende Möglichkeiten im Hopfen stecken.

Wodurch das Bier dauerhaft trinkbar und bitter wird

Eine Eigenschaft machte den Hopfen unentbehrlich: sein Kraft, Bakterien zu töten. Ursprünglich wurde das Bier nämlich mit Grut, einer variablen Kräutermischung gebraut. Aber dieses urtümliche Bier, das würzig und süß schmeckte, war nicht lange haltbar. Erst die antibakterielle Eigenschaft des Hopfens machte aus dem mittelalterlichen Bier ein auf Vorrat herstellbares und handelbares Getränk.

Fleiß, Pioniergeist und Geschick- der Aufstieg der Holledau

Das Museum stellt dar, wie viel Überlegung und Erprobung nötig war, bis das wilde Hanfgewächs Hopfen in Hopfengärten so kultiviert werden konnte, dass ein ausreichender Ertrag zustande kam. Der ewige Kampf gegen die Schädlinge ist ebenso ein Thema, wie die zunehmend komplexeren Werkzeuge und Geräte, die Organisation der Ernte, das Trocknen der Hopfendolden und das Pressen der Hopfenballen.

Der Handel mit dem Hopfen, die Weiterverarbeitung und das Bierbrauen werden thematisiert. In diesen Bereichen leistet das Hopfenmuseum wertvolle Beiträge zur Industriegeschichte und es vermittelt Einblicke in die Entwicklung des Maschinenbaus.

Was haben nun die Wolnzacher von ihrem Museum?

Im Gegensatz zu Geisenfeld, das für einen riskanten und wenig sinnvollen Straßenbau an die zwanzig Millionen Euro in den Sand zu setzen gedenkt, hat man in Wolnzach für einen winzigen Teil der Summe eine merkbare überregionale Bedeutung erhalten. Zudem wurde ein großer Teil der Kosten vom Bezirk Oberbayern und vom Landkreis Pfaffenhofen übernommen.

Das Museum wird jedes Jahr von 20.000 Menschen besucht. Diese Besucher kommen oft von weit her und sorgen dafür, dass die zahlreichen Hotels in Wolnzach gut ausgelastet sind. Im Museum gibt es zwei Veranstaltungs- und Seminarräume. Der größere Saal ist für 220 Besucher ausgelegt. Er eignet sich für Tagungen, Feste und vielfältige Veranstaltungen.

Das Museum ist ein Ort für zahlreiche private und öffentliche Veranstaltungen. Erstaunlich lang und mit glänzenden Namen bestückt ist die Liste der Firmen, die den Museumsbau schon genutzt haben.

Das reichhaltige Begleitprogramm bietet Bierseminare, Braukurse, Kochkurse, Vorträge, Kulturveranstaltungen und vieles mehr.

Das Programm für das erste Halbjahr 2010 präsentiert unter anderem einen Kabarettabend mit Wolfgang Krebs, einen Abend mit holländischen Bieren, einen Abend mit der neuen amerikanischen Bierwelt, die Raith-Schwestern mit Wirtshausliedern und einen Querschnitt durch das Lebenswerk der Verhüllungskünstler Christo und Jeanne-Claude.

Ein Kulturtempel der besonderen Art:

Deutsches Hopfenmuseum

Elsenheimerstraße 2

85283 Wolnzach

http://www.hopfenmuseum.de

Über Bernd Schuhböck

Nach den Maßstäben der Ära Willy Brandts politisch eher linksliberal. Wer ihn missverstehen möchte, nennt ihn einen Sozialromantiker. Wer ihn kennt, wertkonservativ und mit zu viel Ethos für einen Bayer. Der Mann für´s kommunale, soziale oder sonstwie politische. Oder für Themen, für die sich keiner fand, der sie aufgreifen wollte.

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